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TU Berlin

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In der Tuning-Werkstatt der Ingenieure

Der neu berufene Professor Christian Rupprecht leitet das Fachgebiet Beschichtungstechnik

Lupe

„Ich habe zwar viel mit Pulver zu tun, aber im Kaffee möchte ich keins haben“, sagt Christian Rupprecht und lacht. Doch dann muss er doch mit dem Milchpulver vorliebnehmen und es sich in seinen Kaffee rühren. Auf die Schnelle ist keine Sahne zu besorgen. Er nimmt’s gelassen.

Die Pulver, mit denen der neu berufene Professor für Beschichtungstechnik zu tun hat, dienen zur Veredelung von technischen Oberflächen, zum Beispiel von Werkzeugen, und basieren auf Metallen, Hartmetallen und Keramiken. Sie werden nicht untergerührt, sondern hauchdünn aufgetragen oder mit großer Energie regelrecht auf die Oberfläche geschleudert. Dies geschieht mit verschiedenen Verfahren wie dem thermischen Spritzen oder sogenannten Dünnschichttechnologien. Die Erforschung solcher Technologien, die Werkstoffanalytik und -entwicklung, aber auch das Recycling der beschichteten Materialien – darauf liegt der Fokus seiner Arbeit. „Wir betrachten in unserem Fachgebiet die gesamte Prozesskette des Beschichtens“, so Prof. Dr.-Ing. Rupprecht.

Die Beschichtungstechnik ist sozusagen die „Tuning-Werkstatt“ im Ingenieurwesen. Angesichts knapp werdender Ressourcen und steigender Rohstoffpreise können minderwertigere Materialien zu hochwertigen Produkten veredelt werden. „Durch das Beschichten von Oberflächen ist es möglich, die Eigenschaften eines Materials nicht nur zu verbessern, sondern dieses sogar mit ganz neuen zu versehen. Oberflächen erhalten zum Beispiel die Fähigkeit, antibakteriell oder selbstreinigend zu wirken“, sagt der 38-Jährige. Antibakterielle und selbstreinigende Oberflächen seien angesichts multiresistenter Keime von enormer Bedeutung und kämen in der gesamten Medizintechnik zur Anwendung. Bestimmte Technologien ermöglichen es zudem, völlig unterschiedliche Materialien miteinander zu kombinieren. So erhalten Holz und Kunststoffe durch das thermische Spritzen eine Metalloberfläche. Rupprecht: „Da werden klassische Grenzen der Werkstofftechnik überwunden.“ Welche Eigenschaften eine Oberfläche aber letztlich hat, wird davon bestimmt, welche Aufgabe das Material erfüllen soll – ob es vor Korrosion schützen und/oder verschleißbeständig sein soll.
Christian Rupprecht, der an der TU Chemnitz studierte und zuletzt an der Westsächsischen Hochschule Zwickau lehrte, ist seit dem 1. Oktober 2016 am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF). Er freut sich, an der TU Berlin arbeiten zu können. Besonders von den hervorragenden Möglichkeiten der Analytik an der Universität – angefangen beim Rasterelektronenmikroskop bis hin zur mechanischen Werkstoffprüfung auf der Nano-Ebene – erhofft er sich, Grundlagenforschung mit großer Praxisrelevanz betreiben zu können.

Sybille Nitsche, "TU intern" 20. Januar 2017

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