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TU Berlin

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Spuren deutsch-polnischer Kultur

Dienstag, 18. Dezember 2012

Regionen des gemeinsamen Erbes in Ostmitteleuropa

Die neu berufene Professorin Aleksandra Lipinska erforscht den Kulturtransfer Europas
Lupe

„Dass Ostmitteleuropa hinter der polnischen Grenze anfängt, ist historisch nicht richtig“, sagt Aleksandra Lipinska. Die Juniorprofessorin erforscht am Institut für Kunstgeschichte und Historische Urbanistik an der TU Berlin den Kulturtransfer in Ostmitteleuropa mit dem Schwerpunkt „Regionen des gemeinsamen Erbes“.

Für die gebürtige Niederschlesierin aus Breslau ist der Umgang mit dem gemeinsamen deutsch-polnischen Kulturerbe ein tägliches Brot. Sowohl in Schlesien als auch in anderen polnischen Städten findet man künstlerische Spuren deutsch-polnischer Geschichte. Ihr besonderes Interesse gilt den bildhauerischen Materialien im Ostmitteleuropa der frühen Neuzeit. „In diesem Zusammenhang sind nicht nur die für die Materialien verwendeten Stoffe und Bodenschätze wichtig, sondern auch deren kulturelle Bedeutung“, so die 39-Jährige. Berlin mit seiner Museumslandschaft und Kunstinstituten an mehreren Universitäten empfindet sie als den idealen Ort für ihre Arbeit.

Trotz der Grenzlage Berlins hat sie den Eindruck, dass Polen und andere Länder in Ostmitteleuropa für viele Deutsche sehr weit entfernt zu sein scheinen. Deshalb ist es ihr besonders wichtig, das polnische Erbe nach außen zu repräsentieren. „Ich verstehe meine Rolle vor allem als die einer Vermittlerin und ,Übersetzerin‘, sowohl im Bereich der Lehre als auch der Forschung“, betont die Juniorprofessorin.

Im Rahmen ihrer beiden Seminare „Renaissancekult in Polen“ und „Bildhauerische Materialien in Ostmitteleuropa in der frühen Neuzeit“ möchte sie kulturelle Reisen mit Museumsbesuchen in Polen für Studierende anbieten. Sie ist davon überzeugt, dass durch den direkten Kontakt mit dem Kunstwerk in seiner Umgebung die besten Resultate einer Sensibilisierung auf die Problematik der Erforschung und Erhaltung des kulturellen Erbes erzielt werden. Des Weiteren möchte sie Studierende zu einem Auslandssemester an einer polnischen Universität motivieren. „Von Auslandsaufenthalten habe ich selbst am meisten profitiert“, betont sie. Im nächsten Jahr stehen ein Seminar zum Thema „Danzig, eine Kunstmetropole an der Ostsee“ und eine Teilnahme mit den Studierenden an einer Tagung deutscher und polnischer Kunsthistoriker in Danzig auf dem Plan. Gemeinsame Projekte mit Partneruniversitäten aus Ostmitteleuropa als Instrument der Vernetzung und des Ideenaustausches hält die Juniorprofessorin mit einem internationalen Profil für sehr wichtig.

Aleksandra Lipinska hat an der Universität von Breslau und an der Universität Leuven Kunstgeschichte und Niederlandistik studiert und zum Thema „Südniederländische Alabasterplastiken in Ostmitteleuropa“ promoviert. Nach ihrer Promotion war sie fünf Jahre lang als Mitarbeiterin eines Forschungsprojektes im Geisteswissenschaftlichen Zentrum für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Uni Leipzig tätig. Mehrere Jahre Lehrtätigkeit an der Universität Breslau, Stipendien und Gastprofessuren in Deutschland, Ungarn, Tschechien, den Niederlanden, England, Frankreich und den USA sowie zahlreiche Publikationen runden ihr Profil ab. Ihre Professur an der TU Berlin ist in ihrer Ausrichtung einzigartig und wurde beim Bundesbeauftragten für Kultur und Medien eingeworben.

Agnieszka Asemota / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

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