direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Menschen

Dem Gehirn bei der Arbeit zuschauen

Montag, 19. November 2012

Neu berufen: Professor Klaus Gramann lehrt Biopsychologie und Neuroergonomie

Klaus Gramann
Lupe

Niemand hat bisher die menschlichen Gehirnaktivitäten gemessen und analysiert, die gewöhnlichen Ganzkörperbewegungen zugrunde liegen, weil niemand bislang die entsprechende Analysemethode hatte. So ließen sich die Wissenschaftler um Scott Makeig und Klaus Gramann von der University of California zitieren, als sie mit ihrer „Mobilen Bildgebung hirndynamischer Aktivität“ (MoBI) 2009 an die Öffentlichkeit gingen. Mit MoBI hatten die Wissenschaftler diese Hürde genommen. Während sich Probanden bei Methoden zur Messung der Gehirnaktivität wie dem Elektroenzephalogramm (EEG) oder der Magnet- resonanztomografie (MRT) möglichst nicht bewegen sollen, instruierten Makeig und Gramann ihre Probanden, sich auf einem Bildschirm aufmerksam visuelle Reize anzusehen, während sie auf einem Laufband gingen oder liefen oder aber im Raum auf unterschiedlich angeordnete Gegenstände zeigten. Den Wissenschaftlern war es gelungen, die Messung der Hirnwellen (EEG) sowie der Augen- und Körperbewegung zu synchronisieren.

„MoBI“ war ein Meilenstein für die Neurowissenschaften. „Erstmals war es möglich, die Hirndynamik bei kognitiven Prozessen während aktiver Bewegung zu messen. Wir schauten dem Gehirn sozusagen bei seiner täglichen Arbeit unter realitätsnahen Bedingungen zu“, sagt Klaus Gramann.

Seit Juli 2012 ist er Professor für Biopsychologie und Neuroergonomie an der TU Berlin (Fakultät V Verkehrs- und Maschinensysteme). „Die Biopsychologie beschäftigt sich sowohl mit den Zusammenhängen biologischer Vorgänge und Strukturen mit menschlichem Verhalten, Emotion und Kognition als auch mit dem Einfluss psychologischer Zustände und Vorgänge auf biologische Strukturen und Funktionen, und die Neuroergonomie untersucht die Verbindung von körperlichem Verhalten und Hirnaktivität bei der Arbeit“, erklärt Gramann, der in Gießen und Aachen Psychologie studierte.

Auf der mobilen Bildgebungsmethode, die er an der TU Berlin weiterentwickeln möchte, bauen seine Forschungen unter anderem zur Raumkognition auf, also zur menschlichen Fähigkeit, sich räumlich zu orientieren. Was sich dabei im Gehirn genau abspielt, ist nur unzulänglich erforscht. „Das hängt eben auch mit den Beschränkungen der immobilen Bildgebungsverfahren zusammen“, so Gramann. Eines seiner zentralen Forschungsvorhaben sei daher die Entschlüsselung der Hirndynamik, während aktiv räumlich-kognitive Aufgaben zu bewältigen sind.
Eine andere Frage ist, warum Menschen sich unterschiedlich orientieren und was dem neuronal zugrunde liegt. Der Mensch bedient sich unter anderem eines ego- und allozentrischen Referenzsystems. Beim egozentrischen erfolgt die Orientierung in Bezug zum eigenen Körper (links, rechts, hinten, vorn), beim allozentrischen anhand der Himmelsrichtung oder einer Landmarke in seiner Umgebung. Bei Versuchen war Gramann auf das Phänomen gestoßen, dass die einen Probanden das egozentrische, die anderen das allozentrische Referenzsystem genutzt hatten – obwohl alle durch den gleichen virtuellen Tunnel gefahren waren.

Sybille Nitsche / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 11/2012

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Piwik für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.