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Damit es nicht zu Pleiten und Pannen kommt

Freitag, 12. Oktober 2012

Methoden zur Entwicklung eines modernen Qualitätsmanagements in Unternehmen

Neu berufen: Roland Jochem
Lupe

Wenn ein Produkt vom Markt genommen werden muss, ist das in etwa der größte anzunehmende Unfall für ein Unternehmen und ein untrügliches Zeichen, dass das Qualitätsmanagement versagt hat. Rückrufaktionen, Reklamationen von Kunden und Gewährleistungskosten sind regelrechte Geldvernichtungsmaschinen. Laut einer McKinsey-Studie aus dem Jahr 2009 sind immerhin acht Prozent aller Kosten in einem Unternehmen Qualitätsmängeln geschuldet. Hochgerechnet auf die deutsche Industrie sind das jährlich 15 Milliarden Euro Verlust.

Für Roland Jochem, Professor für Qualitätswissenschaft am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der TU Berlin, sind das Kosten, die vermieden werden müssen, weil mangelnde Qualität die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens schwächt. „Ein Fehler, der erst vom Kunden entdeckt wird und im Nachhinein behoben werden muss, kommt ein Unternehmen um das Hundertfache teurer zu stehen, als wenn er bereits bei der Konstruktion entdeckt worden wäre“, sagt Roland Jochem. „Mit der klassischen Produktkontrolle am Ende des Produktionsprozesses hat modernes Qualitätsmanagement nicht mehr viel zu tun. Heute geht es vornehmlich darum, auf allen Ebenen präventiv zu agieren, beginnend bei der Produktidee, über die Entwicklung, Konstruktion und Materialbeschaffung bis hin zu Marketing, Vertrieb und Kundendienst.“ Ziel ist es, den Unternehmen Methoden und Handlungsanleitungen an die Hand zu geben, um Qualitätsmanagement auf allen Ebenen im Unternehmen zu implementieren, wobei Qualitätsmanagement bedeutet, Qualität zu planen, zu steuern, zu kontrollieren und zu optimieren.

Qualität muss messbar sein. Dazu benötigt man Messgrößen. Die Entwicklung von innovativen Methoden und Techniken, um die Qualität von Prozessen branchenübergreifend und in global agierenden Unternehmen messen und bewerten zu können, ist ein Forschungsfeld von Roland Jochem. Dazu gehöre auch die Innovationsfähigkeit, so Jochem, der an der TU Berlin Maschinenbau studierte und 2010 auf die Professur „Qualitätswissenschaft“ berufen wurde. Eine weitere Herausforderung ist die Umsetzung von Qualitätsmanagement in globalen Wertschöpfungsnetzwerken, also in Strukturen, in denen die Entwicklung und Herstellung eines Produktes über den gesamten Globus verteilt ist. Auch die Planung und Gewährleistung von Qualität bei der noch jungen Methode der virtuellen Produktentwicklung bedeutet eine Herausforderung. In dem Projekt „Risikobewertung und Qualitätsabsicherung in der virtuellen Produktentstehung für Kleine und Mittlere Unternehmen“ sollen nun Qualitätsmethoden und -standards für die Praxis erarbeitet werden. Doch Qualitätsmanagement kostet zunächst. „Hier müssen wir auch Kriterien entwickeln, die die wirtschaftliche Wirksamkeit von Qualitätsmaßnahmen und -systemen bewerten können. Denn erst in barer Münze lässt sich nachweisen, dass Qualitätsmanagement keine Phrase, sondern eine Investition in die Zukunft ist“, so Jochem.

Sybille Nitsche / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 10/2012

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