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TU Berlin

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Menschen

Im Zeitalter der Computerpoesie

Freitag, 17. Februar 2012

Neu berufen: Hans-Christian von Herrmann erforscht Zusammenhänge von Literatur-, Natur- und Technikwissenschaften

Hans-Christian von Herrmann untersucht auch die digitalen Medien
Lupe

„Jede Mitteilung geistiger Inhalte ist Sprache", hat der Schriftsteller Walter Benjamin gesagt. Tatsächlich ist Sprache außerordentlich verwoben und verschränkt mit anderen Ausdrucksformen des Menschen, zum Beispiel mit Musik und Technik. Simpel klingt zunächst die Erkenntnis, dass der Slogan der Studentenbewegung der Sechzigerjahre „Ho, Ho, Ho Tschi Minh“ aus dem damals bei der Jugend beliebten Cha-Cha-Cha-Rhythmus entstand.

Mit einem großen Symposium über Walter Höllerer und die „Sprache im technischen Zeitalter“ führte sich Anfang Februar 2012 einer der „Erben“ der Literaturwissenschaft an der TU Berlin ein, Prof. Dr. Hans-Christian von Herrmann. Seit April 2011 leitet er das Fachgebiet Literaturwissenschaft, Schwerpunkt Literatur und Wissenschaft. „Es ist, nach der Auflösung der Germanistik an der TU Berlin, mit keinem eigenständigen Studiengang verbunden und hat demnach keine nationalphilologische Ausrichtung, sondern eine interdisziplinäre zwischen Philosophie, Technikgeschichte und anderen Fächern“, erläutert Hans-Christian von Herrmann.

Insbesondere will der Literaturwissenschaftler seine Forschungen auch auf die technischen und digitalen Medien ausrichten. „Die Computertechnik hat die Literatur künstlerisch und ästhetisch verändert“, so von Herrmann. „Dazu gehören die Anfänge der künstlerischen Computergrafik, der ,Computerpoesie und -lyrik‘, wie man Versuche nannte, Computer ,dichten‘ zu lassen.“ Auch die Netzliteratur als neuer Ort des Schreibens, der Literaturentstehung und -verbreitung eröffnet ein ganz neues Feld literarischer, technikhistorischer Forschung. Seine Antrittsvorlesung beschäftigte sich denn auch mit dem „Infinite-Monkey-Theorem“: Ließe man einen Affen mit unendlicher Lebenszeit unendlich lange auf eine Schreibmaschine hämmern, würde irgendwann ein Text von Shakespeare entstehen. Hier geht es um die mathematische Wahrscheinlichkeit, mit der Literatur auch zufällig entstehen kann. Mit dem Blick auf die Entstehungsbedingungen von Literatur will Hans-Christian von Hermann also Literatur- und Naturwissenschaften wieder aufeinander zubewegen.

Hans-Christian von Herrmann studierte Gemanistik, Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Informationswissenschaft in Berlin, Konstanz und Bochum und habilitierte sich in Leipzig. Neben der Hochschuldozentur für Kulturtheorien digitaler Medien in Jena hatte er mehrere Gastprofessuren unter anderem an der Princeton und an der New York University in den USA inne.

pp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 2/2012

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