direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Menschen

Intelligente Materialien "heilen" sich selbst und schützen das Klima

Freitag, 20. Januar 2012

Antrittsvorlesung für die Stiftungsprofessur Bauchemie

Die Forschungen von Dietmar Stephan (l.) sind interessant für die Bauindustrie. BDI-Präsident Hans-Peter Keitel sprach bei der Veranstaltung über das "Industrieland Deutschland"
Lupe

Baustoffe und bauchemische Produkte umgeben uns überall im Alltag, auf Straßen und Fußwegen, in Gebäuden und Brücken. Kaum von der Öffentlichkeit bemerkt, hat hier in den letzten Jahren eine revolutionäre Entwicklung eingesetzt. Viele moderne Baustoffe sind mit Hilfe der Bauchemie verbessert oder ganz neu entwickelt worden. So konnten beispielsweise solche berühmten Bauwerke entstehen wie die Öresundbrücke, die weltweit längste Schrägseilbrücke, oder der 321 Meter hohe "Burj al Arab" in Dubai mit seiner außergewöhnlichen Silhouette. Der Herausforderung, dafür "intelligente" Baustoffe zu entwickeln, stellt sich das Fachgebiet "Baustoffe und Bauchemie" der TU Berlin, eine Stiftungsprofessur der "Deutschen Bauchemie e.V.", auf die Prof. Dr. Dietmar Stephan 2011 berufen wurde. Am 17. Januar 2012 hielt er seine Antrittsvorlesung. Neben dem Präsidenten der TU Berlin, Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, und dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bauchemie e.V., Johann J. Köster, war auch der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, anwesend.

Ein Großteil des globalen Energie- und Ressourcenverbrauchs gehe heute auf den Bau und Betrieb von Gebäuden zurück, da sich manche Baustoffe derzeit kaum recyceln lassen. Auch nehme der Flächenbedarf für neue Gebäude weiter zu. Zu viele Gebäudeflächen, die sich durch multifunktionale Fassadenkonstruktionen zur Energiegewinnung einsetzen ließen, blieben ungenutzt, so Dietmar Stephan. Auch den Klimawandel müsse die Baustoffentwicklung berücksichtigen, denn die neuen Materialien würden in Zukunft noch extremeren Bedingungen standhalten müssen. "Die angestrebte Energiewende verlagert die Energiegewinnung verstärkt an unwirtliche Orte. Offshore-Wind- oder Gezeiten-Kraftwerke sind dem Angriff durch das Meerwasser ausgesetzt, Solaranlagen in der Wüste müssen extremen Temperaturschwankungen und Sandstürmen standhalten", so Stephan. Grundlage für modernes ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen seien heute chemische Additive wie Fließmittel, Härtungsbeschleuniger oder -verzögerer, Beschichtungen oder auch bauchemische Abdichtungen.

Interdisziplinär sucht man heute auch nach baustofflichen Vorbildern aus Natur oder Nanotechnologie mit ihren kleinen Dimensionen. "Intelligente Materialien" der Zukunft sollen nicht nur auf ihre Umgebung reagieren, sie sollen auch drohende Überlastung oder das Ende ihrer Gebrauchsfähigkeit anzeigen, bei Beschädigungen sich selbst "heilen" oder Abwehrstoffe freisetzen sowie mit Hilfe von Pflanzen und Biofilmen fotokatalytisch die Luft von Schadstoffen befreien und so für besseres Klima sorgen. Darüber hinaus sollten sie zu Gewinnung, Speicherung und Verteilung regenerativer Energien beitragen.

Nach fünf Jahren der Unterstützung durch die Deutsche Bauchemie e.V. wird die TU Berlin die Professur weiterführen. Sie soll so für die Baubranche eine nachhaltige Wirksamkeit entfalten.

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 1/2012

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Piwik für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.