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TU Berlin

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Alumni/Menschen

Auf geraden Wegen

Montag, 22. Februar 2010

Heisenberg-Professur für Numerische Lineare Algebra

Jörg Liesen
Lupe

In Jörg Liesens Karriere gibt es bislang keine Umwege. Geradlinig ist sein Weg zu einer Professur für Numerische Lineare Algebra. Fast im Jahrestakt reiht sich Stipendium an Stipendium, Auszeichnung an Auszeichnung. 1994 erhielt er ein Fulbright-Stipendium, mit dem er an der University of Illinois at Urbana-Champaign (USA) Mathematik studierte. Es folgten ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, die Ehrung mit dem Alston S. Householder Award für die beste zwischen 1996 und 1998 fertiggestellte Dissertation im Bereich der Numerischen Linearen Algebra und der Dissertationspreis der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft. Daran schlossen sich ein Emmy-Noether-Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die Auszeichnung mit der Leitung einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe und ein DFG-Heisenberg-Stipendium an. 2009 dann wurde seine wissenschaftliche Arbeit mit der DFG-Heisenberg-Professur an der TU Berlin gewürdigt.

In Jörg Liesens Fachgebiet geht es unter anderem darum, mathematische Methoden zu entwickeln, die das Lösen von Gleichungssystemen mit Millionen von Unbekannten ermöglichen. Gebraucht wird dies zum Beispiel in der Autoindustrie. "Was früher mit teuren Modellen und geduldigem Ausprobieren erreicht werden sollte, wird heute durch das Modellieren der Wirklichkeit im Computer ersetzt. Im Computer wird sozusagen ein Auto entworfen und getestet, in dem zum Beispiel Geräusche minimiert sind", so Liesen. Um ein solches lärmoptimiertes Auto im Computer modellieren zu können, und um unter anderem auch jene Teile ausfindig zu machen, die den Lärm im Auto besonders verstärken, müssen riesige Gleichungssysteme gelöst werden. Dazu werden mathematische Methoden benötigt. Und an diesen forscht Jörg Liesen. "Noch vor wenigen Jahren wäre die Lösung dieser Gleichungssysteme nicht praktikabel gewesen, aber durch die rasante Entwicklung der Rechner und die intensive Forschung an mathematischen Algorithmen, ist dies heute in wenigen Minuten möglich."

Ein anderer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die numerische Lösung von Optimierungsproblemen, besonders von Sattelpunktproblemen, wie sie in der Strömungsmechanik auftreten.

Neben der Forschung in seinem Fachgebiet hat der 41-Jährige ein ausgesprochenes Faible für die Geschichte der Mathematik. Im vergangenen Jahr organisierte er eine große Tagung über Hermann Graßmann, ein wenig bekanntes mathematisches Genie des 19. Jahrhunderts. Auch den Studierenden wolle er dieses Wissen vermitteln, sagt Liesen, dem die Lehre am Herzen liegt. Die Studierenden honorieren das. Aus den regelmäßigen Evaluationen seiner Vorlesungen und Seminare geht hervor, dass sie äußerst beliebt sind.

Sybille Nitsche / Quelle: "TU intern", 2/2010

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