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Neu berufen an die TU Berlin

Montag, 09. Februar 2009

Es werde Licht

Prof. Dr.-Ing. Stephan Völker erforscht effektivere Lichtquellen

Mehr Licht mit weniger Energie gesucht: Stephan Völker
Mehr Licht mit weniger Energie gesucht: Stephan Völker
Lupe

Berlin ist nicht nur die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Berlin ist gewissermaßen auch Hauptstadt des Lichts. Die Glühlampe, die Planck’sche Strahlungskurve, Albert Einstein - seit mehr als 125 Jahren wird an der Spree rund um das elektrische Licht geforscht. Professor Dr.-Ing. Stephan Völker, der im April 2008 zum Fachgebietsleiter für Lichttechnik am Institut für Energie- und Automatisierungstechnik der TU Berlin berufen wurde, tritt also in berühmte Fußstapfen.

An der ungewöhnlichen Spezialisierung faszinierte den Energietechnik-Wissenschaftler zunächst der interdisziplinäre Ansatz. "Mit Lichttechnik kann jeder etwas anfangen - das Fach berührt jeden - ob bei der Arbeit oder im Theater, ob im Auto oder beim abendlichen Spaziergang", berichtet er. Außerdem können Disziplinen wie Biologie, Architektur, Physik, Arbeitswissenschaften, Elektrotechnik und Physik eine wichtige Rolle in der Lichttechnik spielen - je nach Anwendung. In einer Zeit, in der Energie immer knapper und teurer wird, in der die Europäische Union herkömmliche Glühlampen verbietet und in Berlin wieder einmal der Streit um die Abschaffung alter Gaslaternen schwelt, gibt es genügend Herausforderungen für Völker und seine Arbeitsgruppe. "Wir beschäftigen uns zum Beispiel damit, wie man Lichtqualität bewertet", erläutert der 42-Jährige. Besonders in Innenräumen sei es wichtig, welches Licht als angenehm empfunden werde. Außerdem forschen die Wissenschaftler an Themen wie der Lichtsteuerung und Leuchtdioden (LEDs), die farbiges und/oder dynamisches Licht produzieren. "Mittlerweile gibt es LEDs, die ein ähnliches Lichtspektrum erzeugen wie die alten Gaslaternen", beruhigt er Laternen-Nostalgiker. "In einer Gaslaterne sitzen fünf Glühstrümpfe, die je 250 Watt verbrauchen. Pro Gaslaterne sind das 1250 Watt. Und in Berlin gibt es 43000 Gaslaternen", erläutert der Forscher. "Mit 70 Watt elektrischer Leistung wäre zudem eine deutlich bessere lichttechnische Qualität erreichbar."

Die Lichttechnik habe in der Hauptstadt bessere Chancen als in jeder anderen deutschen Stadt. "Berlin ist auch mit Abstand am besten ausgestattet", schwärmt Völker. Lediglich in vier deutschen Städten kann man überhaupt an einer Universität Lichttechnik studieren. Aus einer davon, Karlsruhe, hat Völker nun den Laborleiter gewinnen können - für noch mehr Qualität in der Lehre und Forschung der Berliner Lichttechnik.

Suchen, um besser zu finden

Volker Markl forscht an einer Suchmaschine, die mehr kann als Google

Suchmaschinen mit neuen Informationen gesucht: Volker Markl
Suchmaschinen mit neuen Informationen gesucht: Volker Markl
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Das kalifornische Silicon Valley kann wohl als das Eldorado für Informatiker bezeichnet werden. Was treibt jemanden, der dort acht Jahre lang erfolgreich für IBM an Datenbanksystemen geforscht hat, an die Technische Universität Berlin? Warum schlug er Angebote aus Hamburg und Tübingen zugunsten Berlins aus? "Das Wetter war sicher kein Argument", sagt Prof. Dr. rer. nat. Volker Markl. Seit Juni 2008 leitet der Spezialist für Datenbanken und Cloud-Computing das Fachgebiet Datenbanksysteme und Informationsmanagement der TU Berlin, um eine neue Generation von Internet-Suchmaschinen zu schaffen. "Hier in Berlin und Potsdam gibt es am Hasso-Plattner-Institut, an der FU und an der HU interessante Fachleute, mit denen gemeinsam ein solches Vorhaben gelingen kann", sagt Markl.
Google, so erläutert der 37-Jährige, sei eigentlich ziemlich einfach. "Die Suchmaschine reproduziert lediglich Informationen, die bereits im Netz stehen. Wir wollen eine Suchmaschine programmieren, die von vielen verschiedenen Quellen Informationen sammelt und in der Lage ist, diese zu aggregieren - so, dass neue Information entsteht", sagt Markl. Voraussetzung dafür sei es, dass Anfragen auf Tausenden von Computern blitzschnell gleichzeitig bearbeitet werden können. "Mein Ziel ist es, Berlin als Kompetenzzentrum für Cloud-Computing und Informationsverarbeitung zu etablieren", präzisiert er. Mit einer solchen Anwendung könnten die Wissenschaftler auch Marktforschung betreiben oder eine Art Stimmungsbarometer schaffen. Die neue Suchmaschine könnte zum Beispiel vor einer Wahl Blogs und Postings nach der Stimmung zu bestimmten Kandidaten untersuchen und auswerten oder anhand der Einträge in relevanten Foren versuchen, den nächsten deutschen "Superstar" vorherzusagen.

Für die Studierenden bringt Professor Markl nicht nur fachlich viel Neues ein. "Informationsmanagement hat an der TU Berlin bislang nicht die Rolle gespielt, die das Fach künftig spielen wird", sagt er und will Studierende auch dazu ermuntern, gute Ideen und Konzepte selbst umzusetzen, indem sie Firmen gründen. Die Geschichten über erfolgreiche Internet-Start-ups, über die andere in Büchern gelesen haben, hat er live erlebt. Patenturkunden an den Wänden seines Büros zeugen vom Erfolg seiner Geistesblitze.

Andrea Puppe / Quelle: "TU intern", 2/2009

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