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TU Berlin

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Menschen

Umweltschäden vermeiden, nicht reparieren

Montag, 19. Mai 2008

Neu berufen: Matthias Finkbeiner ist Professor für Systemumwelttechnik

Matthias Finkbeiner will Umweltschutz
Matthias Finkbeiner will Umweltschutz über die gesamte Lebensdauer eines Produkts
Lupe

Die Volksweisheit "Vorbeugen ist besser als Heilen" gilt längst nicht mehr nur für die Gesundheit des Menschen, sondern hat sich als Leitsatz auch beim Schutz der Umwelt durchgesetzt. "Es ist ineffizient, wenn wir Umweltschäden erst erzeugen und dann reparieren, zum Beispiel durch Ge- und Verbote, durch Auflagen und Grenzwerte, wie es für das Selbstverständnis des konventionellen Umweltschutzes seit den 60er-Jahren charakteristisch war", erklärt Matthias Finkbeiner, neu berufener Professor für Systemumwelttechnik an der TU Berlin.

"Der moderne Umweltschutz geht von der Prämisse aus, Umweltschäden von vornherein zu vermeiden. Fragen des Umweltschutzes stehen nicht mehr am Ende einer Kette von Entscheidungen, sondern am Anfang." Damit wechselte auch der Fokus vom rein produktionsbezogenen Umweltschutz auf den produktbezogenen. "Der gesamte Lebenszyklus eines Produktes - vom Entwurf bis zur Entsorgung - wird unter dem Aspekt der Umweltverträglichkeit betrachtet", so Finkbeiner.

Er studierte Geoökologie in Bayreuth, schrieb seine Diplomarbeit zum Thema Ozonloch bei Paul Crutzen, dem Nobelpreisträger für Chemie von 1995, am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz und promovierte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Thema Ökobilanzen. Danach war er mehrere Jahre in leitender Funktion in der Industrie tätig.

Beschrieben wird dieser Paradigmenwechsel mit dem Wort Nachhaltigkeit. "Ziel ist es, die natürlichen Lebensbedingungen zu erhalten. Das ist die Voraussetzung für ein funktionierendes Wirtschaftssystem und für soziale Gerechtigkeit", sagt Finkbeiner. Es gelte, Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit in Einklang zu bringen. Die Herausforderung besteht darin, dass dies längst nicht mehr nur national, sondern global geschehen muss.

Doch wie lässt sich bestimmen, was nachhaltig ist? "Momentan gibt es keine wissenschaftlich ausgereiften und anerkannten Methoden, um Nachhaltigkeit bewerten zu können", sagt Finkbeiner. Seine Forschungen sollen diese Lücke schließen; Methoden beziehungsweise Indikatoren gefunden werden, um Nachhaltigkeit fundiert bestimmen zu können. Aber es geht auch um deren Anwendung - im Bereich der Mobilität, der Energie sowie in Politik und Gesellschaft. Es werden Prozessmodelle zu entwerfen sein, um Umweltaspekte in die Produkt- und Verfahrensentwicklung zu integrieren. Alternative Antriebskonzepte wie zum Beispiel Erdgas, Hybridmotoren und Brennstoffzellen sind zu bewerten und zu optimieren. Für den Bereich der Energie ist es unter anderem erforderlich, den weltweiten Kohlendioxid-Emissionshandel hinsichtlich seiner Nachhaltigkeit zu analysieren. Und im Bereich von Politik und Gesellschaft werden gesicherte Ergebnisse aus der Forschung als Entscheidungshilfe für die Politik benötigt, wenn zum Beispiel weltweite, europäische und deutsche Nachhaltigkeitsstrategien zu konzipieren sind.

Außerdem versteht Matthias Finkbeiner seine Arbeiten als Dienstleistung für die Forschungen auf den Gebieten Energie, Gestaltung von Lebensräumen, Gesundheit und Ernährung, Information und Kommunikation, Mobilität und Verkehr sowie Wasser, wenn es in diesen als Zukunftsfelder der TU Berlin definierten Bereichen darum geht, neue Konzepte der Umweltverträglichkeit zu untersuchen und zu beurteilen.

Sein Anspruch ist es, in der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Nachhaltigkeitsbewertung international anerkannte wissenschaftliche Exzellenz zu erreichen sowie in der ingenieurwissenschaftlichen angewandten Forschung konkrete Beiträge zu leisten, um zum Beispiel die Mobilitäts- und Energiewirtschaft nachhaltig zu gestalten.

Sybille Nitsche / Quelle: "TU intern", 5/2008

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