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TU Berlin

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Lehre und Studium

Gleichung mit zwei Bekannten

Die Nitsche-Brüder haben eine erfolgreiche App auf den Markt gebracht – und dafür ihr Mathe-Studium an der TU Berlin auf Eis gelegt – vorerst

Raphael (l.) und Maxim stellten sich vor, wie viel Geld Eltern mit digitalem Nachhilfe-Unterricht sparen könnten – und entwickelten „MATH 42“
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Zeit ist eine Größe, die im Leben von Maxim Nitsche eine Rolle spielt. Davon hätte der 22-Jährige gerne mehr – um sein Unternehmen voranzubringen, um sein Studium an der TU Berlin abzuschließen, um mit seinem Bruder Raphael Schach zu spielen. Mit ihm gemeinsam hat er vor knapp vier Jahren das Start-up Gogeon gegründet, die App MATH 42 entwickelt und auf den Markt gebracht. Erfolgreich – innerhalb kürzester Zeit war sie die am meisten heruntergeladene App im Apple Store.

Im digitalen Nachhilfeunterricht lernen Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse, die Logik des Wurzelziehens zu verstehen und eine Gleichung mit zwei Unbekannten zu lösen. Anhand von Grafiken und Beispielen erklärt die App Schritt für Schritt den Lösungsvorgang. Wer die Schritte immer noch nicht nachvollziehen kann, bekommt den Lösungsvorgang in Unterschritten so lange erklärt, bis die Gleichung aufgeht. Und das auf Deutsch, Spanisch, Englisch, Französisch, Chinesisch und Russisch.

Gerade kommen die Mathe-Brüder aus einer Klausur – sie haben die App um integrale Matrizen und komplexe Ungleichungen erweitert – nun ist sie auch für Studierende interessant. Der weitaus revolutionärere Schritt jedoch ist, dass die Applikation nun auf ihre User reagiert. „Wir wissen nun punktgenau, was der einzelne Schüler oder die einzelne Studentin braucht“, sagt Maxim Nitsche. „Wir haben es hinbekommen, dass die App genau die entsprechende Mathe-Schwäche erkennt.“

Die App MATH42
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Die Idee hatten Maxim und Raphael schon vor sieben Jahren, als sie Nachhilfeunterricht gaben, um ihr Taschengeld aufzubessern. Sie stellten sich vor, wie viel Geld die Eltern mit digitalem Nachhilfeunterricht sparen könnten. Die Idee der Mathe-App war geboren. „Wir dachten da noch, wir würden in neun Monaten eine Lösung gefunden haben“, sagt Maxim. Aber es dauerte genau drei Jahre bis zum Launch von MATH 42. In der Zwischenzeit konnten sie auch ihren Vater von der Idee überzeugen und ihn als Geschäftsführer mit ins Boot holen, einen Mann mit entsprechendem Know-how – er hatte schon ein digitales Schachspiel entwickelt. „Wir sind ein Familien-Start-up“, sagt Maxim. Auch seine Stiefmutter, eine Computerlinguistin, arbeitet mit.

Doch wer so früh durchstartet, muss Federn lassen – bei den Brüdern war es ihr Mathe-Studium an der TU Berlin, das sie auf Eis legten. „Ich möchte meinen Bachelor und Master aber noch machen“, beteuert Maxim, dem das Studieren eigentlich Spaß gemacht hatte. Es stillte seine Neugier, auch auf die Fächer, die nicht unmittelbar etwas mit seinem Studium zu tun hatten, wie zum Beispiel Chemie und Jura. „Ich habe alle Vorlesungen besucht, die mich interessierten.“ Aber im Moment sei nicht ans Studieren zu denken, und Uni nebenbei ginge einfach nicht. „Beim Fach Mathe muss man sich schon richtig reinhängen“, sagt er.

Also erst mal alle Energie ins Start-up stecken. Im Unternehmen teilen sich die Brüder ihre Aufgaben. Maxim hat die Ideen, ist für die Verhandlungen mit internationalen Partnern zuständig, für Buchhaltung und Finanzen sowie für die Kommunikation mit ihrem Investor, dem Klett-Verlag. „Raphael ist das Mathe-Genie von uns beiden“, sagt Maxim. Der ein Jahr jüngere Bruder studierte bereits als Schüler Mathe an der TU Berlin. Er arbeitet gemeinsam mit einem Team an der Entwicklung der App.

Mehr als 2,5 Millionen Mal wurde MATH 42 mittlerweile heruntergeladen. Bald werden wohl noch einige Tausend Downloads hinzukommen – wenn auch die letzten Studierenden mitbekommen haben, dass die App nun auch Lösungswege für komplexe Ungleichungen im Programm hat.   

math-42.de/ 

Dagmar Trüpschuch, "TU intern" 12. Mai 2017

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