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TU Berlin

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Lehre und Studium

„Früher lernten ­Menschen Deutsch, um Goethe zu lesen“

Prof. Dr. Thorsten Roelcke, Leiter des ­Fachgebiets Deutsch als Fremdsprache, über den aktuellen Stand der ­Sprachlehre

Lupe

Sie haben eine Fachtagung organisiert zum Thema Perspektiven für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache in Schule, Beruf und Wissenschaft …
Ja, es gibt einen Fachverband Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, der sowohl alle wissenschaftlich Tätigen in diesem Bereich vertritt als auch die Personen, die beruflich damit verbunden sind, wie beispielsweise Lehrkräfte. Der Fachverband unterstützt einmal im Jahr einzelne Fachgebiete, die die Jahrestagung ausrichten. Meine Motivation dafür, die Fachtagung nach Berlin zu holen, war es, die Bedeutung des Standorts Berlin einmal mehr in Erinnerung zu rufen.

Warum gerade Berlin?
Berlin ist ein attraktiver Standort, um sich über Deutsch als Fremdsprache zu unterhalten. Hier lebt eine Vielfalt an Menschen unterschiedlichster Nationalitäten, die ihre eigenen Sprachen mitbringen, gleichzeitig aber auf Deutsch kommunizieren. Entsprechend ist die Sprachlehrsituation in Berlin. Das Spektrum ist groß: von Integrationskursen bis hin zu Deutsch als akademischer Fremdsprache an der TU Berlin. Zudem ist Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache insbesondere in berufssprachlicher Hinsicht wichtig. Vor noch nicht allzu langer Zeit haben Menschen Deutsch gelernt, weil sie sich mit der deutschen Kultur beschäftigen wollten und um Goethe zu lesen. Heute ist die Hauptmotivation, in deutschsprachigen Unternehmen und Institutionen tätig zu sein.

Eines der Schwerpunktthemen war berufsbezogenes Deutsch, also die Kommunikation in der Arbeitswelt. Aber in den Integrationskursen werden beispielsweise Geflüchtete nicht auf berufsspezifische Fachsprachen vorbereitet …
Wann beginnt man überhaupt mit fachsprachlichem Unterricht? Normalerweise ist es so, dass die Menschen erst einmal die Allgemeinsprache erwerben und erst ab einem bestimmten Sprachniveau die Fach- und Berufssprache. Es gibt aber auch Ansätze, Berufssprachliches schon in einen frühen Fremdspracherwerb zu integrieren, um die Menschen für den Beruf fit zu machen. Ausländische Studierende etwa, die an der TU Berlin ein Studium aufnehmen möchten, belegen an der Zentraleinrichtung Moderne Sprachen (ZEMS) einen allgemeinen Sprachkurs, der von Anfang an auf die Kommunikation im akademischen Kontext vorbereitet. Da werden schon erste fachsprachliche Strukturen gelegt, die später immer weiter vertieft werden.

Wie ist Ihr Fachbereich hier aufgestellt?
Meiner Meinung nach sollte man möglichst früh gezielt be­rufs­sprachliche Kompetenzen in den Unterricht einbezie­hen. Im Fachgebiet und an der ZEMS erstellen wir Bedarfs­analysen und entwickeln Kurse und Curricula, mit denen man einen solchen Unterricht gestalten und Fachkompetenzen für eine bestimmte Klientel fördern kann. Wichtig ist es dabei, zu differenzieren, welche besonderen Bedürfnisse einzelne Gruppen haben, damit man für sie spezifisches Material bereitstellen kann. Wir arbeiten mit dem Ansatz, individuelle Lernbedarfe zu ermitteln und die Leute dabei zu unterstützen, ihre spezifischen Kompetenzen auszubauen.

Dagmar Trüpschuch, "TU intern" 12. Mai 2017

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