direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Lehre und Studium

Die TU Berlin tankt Sonne

Studierende aus dem Energieseminar sind der Uni-Bibliothek aufs Dach gestiegen: Sie bezieht nun ihren Strom über Photovoltaik

107 Solarmodule versorgen seit Ende März die Uni-Bibliothek mit Strom
Lupe

Dank der Power einer Gruppe von zehn Studierenden aus dem interdisziplinären Energieseminar befindet sich auf dem Dach der Zentralbibliothek nun eine 30-kWp-Photovoltaikanlage, die die oberen beiden Geschosse des Gebäudes mit Strom versorgt. An-drea Ruiz, die von Anfang an bei der Konzipierung, Projektierung und Umsetzung der PV-Anlage dabei war, guckt stolz über die glitzernde Fläche von 107 Solarmodulen.

Drei Jahre hat es von der Idee im Frühling 2014 bis zur Inbetriebnahme im März gedauert – der langwierigste Prozess war, die bürokratischen Hürden zu überwinden: Dazu gehörte, einen Vertrag mit der TU Berlin auszuhandeln, einen gemeinnützigen Ver-ein zu gründen, ein Finanzierungskonzept zu entwickeln und Gelder einzutreiben, um die Idee zu finanzieren, die TU Berlin mit erneuerbaren Energien zu versorgen. „Das haben wir alles ehrenamtlich gestemmt“, sagt Andrea Ruiz. Die Konzeption und Pro-jektierung der Anlage war für die Studierenden Learning on the job – hier konnten sie ihr theoretisches Wissen, das sie im Studium erworben haben, in die Praxis umsetzen. Die innovative Idee hinter dem Projekt war, die Energieversorgung über einen ge-meinnützigen Verein abzuwickeln. Die Studierenden gründeten Solar Powers e.V. und verkaufen nun als Verein den Strom an die TU Berlin. Alle vom Stromverkauf generierten Überschüsse fließen in die Förderung weiterer gemeinnütziger Projekte, zum Bei-spiel in die Bildungsarbeit zu regenerativen Energien. „Sonne fördert Bildung“ ist deswegen das Motto der Energieversorger.
Doch keine Förderung ohne Startkapital. Die Studierenden starteten eine Crowdfunding-Kampagne auf betterplace.org und ver-kauften Modulpatenschaften. Neun Unternehmen und Institutionen übernahmen Patenschaften für ein oder mehrere Module, die nun die Namen von „Solar Fox“ oder „Zentrum für Technik und Gesellschaft“ tragen. „Das beharrliche Engagement der Studierenden von Solar Powers ist großartig und inspiriert hoffentlich viele Kommilitoninnen und Kommilitonen, ebenfalls für die Energiewende aktiv zu werden“, sagt Tim Loppe von der Naturstrom AG. Der Öko-Energieversorger hatte das Projekt mit 10 000 Euro unterstützt.

Im November 2016 war es dann so weit. Mit Unterstützung anderer Studierender baute das Solar-Powers-Team zehn Tage lang die Anlage auf. Die Aktion war als Workshop konzipiert, an dem rund 20 Personen teilnahmen. „So eine Gehwegplatte, die die Module sichert, wiegt an die 20 Kilogramm und die mussten wir das letzte Stockwerk mit eigener Kraft hinauftragen“, erinnert sich Andrea Ruiz an den kräftezehrenden Einsatz. Dann wurde die Anlage verkabelt, nun fließt der sonnenerzeugte Strom in den Zähler des Technikhauses und versorgt von dort aus die Uni-Bibliothek.

Weitere PV-Anlagen auf anderen Dächern der TU Berlin sind in Vorbereitung. Hierzu hat Solar Powers bereits Fördergelder bei der Kommission für Studium und Lehre (LSK) beantragt und zwei neue Module daraus generiert – mit dem Ziel, andere Studierende so für die PV-Anlage zu begeistern, dass sie sie weiterführen wollen, wenn die jetzigen Betreiber mit dem Studium fertig sind. Im tu project „Erneuerbare für die TU – Solar Powers“ geben sie ihre Erfahrungen in der Projektierung einer PV-Anlage weiter. Das Studienreformprojekt „Projektlehre Photovoltaik“ soll im WS 17/18 an den Start gehen. Denn die TU Berlin braucht neue Leute, die sich für gute Energie starkmachen.

Solar Powers auf YouTube

Auch im Film ist die studentische Initiative ein echter Hingucker. Von den Solar-Powers-Solaranlagen auf der Universitäts-bibliothek bietet sich ein spektakulärer Blick über die Campusdächer der TU Berlin und die City West. Vor Ort fällt es den Initia-toren Andrea Ruiz, Marina Braun und Jan P. Reuter leicht, über ihre Vision zu reden: Der Campus Charlottenburg soll aufblühen mit Solaranlagen und die Universität in Zukunft selbst ihren Strom produzieren. Anschaulich erzählen die drei in dem Film über den Weg der Sonnenstrahlen in die Projektoren über den Wechselrichter und schließlich in die oberen Etagen der Universitätsbib-liothek. Das Team führt über das Dach, zeigt die 107 Module aus der Nähe und erzählt, wie viel Energie in ihrem Projekt steckt. Reinschauen lohnt sich! Mehr im Video.

 

Dagmar Trüpschuch, "TU intern" 12. Mai 2017

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Piwik für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.