direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Studium und Lehre

„Preis für vorbildliche Lehre“ der Gesellschaft von Freunden der TU Berlin

Gute Lehre sichtbar machen

Innovationen im Bereich guter Lehre an der TU Berlin nach außen und innen sichtbar machen – das soll der „Preis für vorbildliche Lehre“ bewirken, den die Gesellschaft der Freunde der TU Berlin in diesem Jahr zum siebten Mal vergibt.

„Gute Lehre an einer Massenuniversität wie der TU Berlin – das ist von Fakultät zu Fakultät ganz unterschiedlich“, weiß Sascha Kubath aus dem strategischen Controlling der TU Berlin, der in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde die Preisträger ermittelt.

Die Fakultäten setzen in den Fragebögen zur Lehrveranstaltungsevaluation unterschiedliche Schwerpunkte aufgrund verschiedener Curricula. Der Preis wird deshalb jedes Jahr innerhalb einer anderen Fakultät vergeben. Dazu werden jeweils die Evaluierungsergebnisse der vergangenen Semester herangezogen, die auf die Qualität der Dozenten und Professoren schließen lassen. Diese werden einem an der TU Berlin entwickelten Standardisierungssystem unterworfen, der Alexander-Normierung. Der Vorteil: Die Ergebnisse sind übersichtlich dargestellt, welche Lehrveranstaltung überdurchschnittlich beurteilt wird, ist leicht zu erkennen, ebenso die statistische Relevanz. Anhand der Ergebnisse nominiert die Jury in der Regel drei Kandidaten. In einer Online-Befragung stimmen dann die Studierenden der jeweiligen Fakultät über die Nominierten ab. Die Jury bestimmt dann auf Grundlage aller Erkenntnisse die endgültigen Preisträger.

Faktenwissen reicht nicht

Moritz von der Lippe und Ingo Kowarik (v. l.), Fachgebiet Ökosystemkunde und ­Pflanzenökologie, arbeiten in Dahlem
Lupe

Die Währung, mit der wir bezahlt werden, ist das Interesse der Studierenden“, fasst Prof. Dr. Ingo Kowarik seine Erfahrungen zu dem Thema „gute Lehre“ zusammen, „und da gibt es viele verschiedene Ansätze.“ Der Fachgebietsleiter Ökosystemkunde und Pflanzenökologie an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt ist zusammen mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Moritz von der Lippe Preisträger des diesjährigen „Preises für vorbildliche Lehre“ für das Modul Naturschutz.

Das Modul besteht aus einer Vorlesung und einer praktischen Übung. In der Vorlesung sitzen in der Regel um die 80 Studierende aus ganz unterschiedlichen Studiengängen wie Landschaftsarchitektur oder Ökologie und Umweltplanung. „Jeder gute Professor muss auch ein guter Schauspieler sein, hat mein Vorgänger einmal gesagt, und daran halte ich mich auch. Ich versuche immer, die Studierenden zum Mitdenken und Mitmachen zu motivieren. Das gelingt durch Beispiele, die auf den ersten Blick abwegig erscheinen“, erläutert Prof. Kowarik. Oder aber, indem der Professor seine Studierenden auffordert, selbst miteinander zu diskutieren. „Manche Studierende beteiligen sich nie, andere immer. Es kann passieren, dass ich mitten in der Vorlesung dazu auffordere, ein Thema drei Minuten lang mit den Nachbarn zu diskutieren, und die Ergebnisse dann anschließend zusammentrage – dann müssen plötzlich alle mitmachen, das klappt eigentlich immer.“ Auch wenn Ingo Kowarik viel Wert auf den direkten Kontakt mit den Studierenden legt – eine perfekte technische Ausstattung gehört für ihn zu den Grundvoraussetzungen. „Das Ganze ist immer mehr als die Summe der Einzelteile. Wir arbeiten viel mit Bildern, die hochwertig auf großer Leinwand projiziert werden. Ich erstelle aber auch noch Tafelbilder, die unter den Studierenden „berüchtigt“ sind, da man sie schwer lesen kann – ein gewollter Kontrast zu einer perfekten PowerPoint-Präsentation. Wenn ich die Vorlesung unterhaltsam gestalte, habe ich mehr Freude – und die Studierenden auch.“

Anders als bei einer klassisch naturwissenschaftlichen Vorlesung geht es bei dem Thema Naturschutz nicht nur um Faktenwissen, sondern auch um die kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen. Die Studierenden kommen aus ganz verschiedenen Richtungen – manche haben sich noch nie praktisch mit dem Thema Naturschutz auseinandergesetzt.

„In den Übungen besuchen wir deshalb in kleineren Gruppen verschiedene geschützte Lebensräume innerhalb der Stadt und stellen dort erste praktische Übungsaufgaben. Dabei kommt es darauf an, sich auf die unterschiedlichen Vorkenntnisse der einzelnen Teilnehmer und Teilnehmerinnen einzustellen und je nach Bedarf Hilfestellungen oder neue Herausforderungen zu geben“, erläutert Moritz von der Lippe. Ein guter Dozent muss sich für die Inhalte interessieren, aber eben auch für die Vermittlungsergebnisse. „Natürlich muss man die dem Naturschutz zugrunde liegenden Gesetze und Fakten kennen. Aber ich lege Wert darauf, den Studierenden zu vermitteln, dass es unterschiedliche Perspektiven und Ansätze gibt. Deshalb lade ich regelmäßig verschiedenste Akteure aus dem Naturschutz zu meinen Übungen ein. Diese vermitteln nicht nur Berufserfahrung. Sie zeigen auch die unterschiedlichen Positionen, die man einnehmen kann, und laden Studierende ein, sich damit kritisch auseinanderzusetzen und eigene Positionen zu entwickeln.“

Und wenn die Position des Lehrenden dabei unter Druck gerät? „Das muss man aushalten und das macht die Lehre ja auch immer wieder interessant“, sind sich Dozent und Professor einig.

kj, "TU intern" 7. Oktober 2016

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Piwik für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.

Lesen Sie auch