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TU Berlin

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Lehre & Studium

Best Buddies

Tandem-Programm mit und für Geflüchtete

Hilfe geben und Hilfe nehmen: Abdul und Max (oben) wollen im Buddy-Programm ihre Erfahrungen weiterreichen
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Hilfe geben und Hilfe nehmen: Abdul (oben) und Max wollen im Buddy-Programm ihre Erfahrungen weiterreichen
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Zusammen ist man weniger allein. Vor allem bei der Herausforderung, einen neuen Ort mit ungewohnter Sprache und komplizierten Amtswegen zu erschließen. „Ich habe mich gerade für einen Platz im Master Bauingenieurwesen beworben. Es ist wohl ein sehr beliebter Studiengang. Mein Zweitwunsch ist Bautechnik. Ich hoffe sehr, dass einer dieser Wünsche realisiert werden kann“, sagt Abdul.

Abdul ist 25 Jahre alt und in Syrien aufgewachsen. Als er vor einem Jahr nach Deutschland floh, hatte er bereits einen Bachelor in der Tasche. Derzeit nimmt er am Gasthörerprogramm In(2)TU Berlin teil. Der 25-Jährige hat schnell ein WG-Zimmer in Berlin-Mitte gefunden. Mit seinem Mitbewohner schaut er gerne Fußball. Seine Nachbarn unterstützen ihn, wenn Papierberge erklommen werden müssen. Gemeinsam erkunden sie Berlin. Auf dem Campus aber fehlt ihm noch eine Bezugsperson. Trotz der vielen Beratungsangebote möchte er sich persönlich mit einer Person, die sich im „Uni-Dschungel“ zurechtfindet, freundschaftlich austauschen: „Uni in Deutschland funktioniert anders als in Syrien.“ Der direkte Austausch über Tipps und Tricks würde ihm manches erleichtern. „Außerdem möchte ich mein Deutsch weiter verbessern. Viele Muttersprachler, mit denen ich mich unterhalte, korrigieren meine Grammatikfehler nicht. Mein Buddy sollte das tun“, erzählt er. Abdul hat sich beim Buddy-Programm vom Studienkolleg der TU Berlin angemeldet. Es bringt Geflüchtete und TU-Studierende paarweise zusammen und bietet vor allem eines: intensiven Austausch und gemeinsame Erfahrungen. Wie der englische Name verrät, geht es um persönliche Kontakte auf einer gegenseitigen freundschaftlichen Ebene. Ähnlich dem Tandem-Prinzip ist das Buddy-Programm für beide Seiten bereichernd. Der Einblick in die Lebenswelt des jeweils anderen öffnet den Horizont. Noch hat Abdul keinen Buddy.

„Bei unserem ersten Treffen haben wir eine Campustour gemacht: Welche Ansprechpartner gibt es, an welchen Orten kann man entspannen, in welchen Cafés gibt es die Mate für einen Euro und nicht für drei?“, erinnert sich Max. Der 27-Jährige studiert im Master Regenerative Energiesysteme und schreibt gerade an seiner Abschlussarbeit. Er ist außerdem „Buddy“ von Kutayba, der aus dem Irak nach Deutschland geflohen ist und an In(2)TU Berlin teilnimmt. Max und Kutayba haben sich vor vier Monaten über das Buddy-Programm kennengelernt. „Wir haben uns nur einmal an der Uni getroffen. Die weiteren Male haben wir den Campus bewusst gemieden, denn fernab gibt es in Berlin noch sehr viel mehr zu entdecken.“ Warum Max sich am Buddy-Programm beteiligt? „Neuankommenden den Einstieg erleichtern, Ansprechpartner sein, Menschen kennenlernen, verschiedene Lebensgeschichten hören, auch mal die eigene Studierendenblase verlassen“, so umreißt er seine Motivation. Die Menschen hinter der öffentlichen Debatte kennenzulernen, ist dabei ein weiterer Aspekt: „Die Leute sind hier, persönlicher Kontakt ist möglich und wir können uns befreunden.“

Anders als bei Abdul sind Fragen zur Studienorganisation bei den beiden nachrangig, vielmehr war Kutayba anfangs an praktischen Berlin-Tipps interessiert: Wo sollte ich mein Fahrrad kaufen, wie funktionieren die öffentlichen Verkehrsmittel? Dass das Buddy-Programm auch über die TU Berlin hinaus Menschen zusammenbringen kann, zeigte sich auch, als Max’ Freundin, die derzeit Arabisch lernt, einen Sprachlernpartner suchte. In Kutayba hat sie ihn gefunden. Als Tandem lernen beide nun die Sprache des jeweils anderen. Max kann jedem nur anraten, Buddy zu werden: „Es ist alles andere als eine Belastung.“  Wer Buddy – zum Beispiel von Abdul – werden möchte oder einen Buddy sucht, kann sich per E-Mail beim Studienkolleg melden.


www.studienkolleg.tu-berlin.de

Susanne Cholodnicki, "TU intern" 22. Juli 2016

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