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TU Berlin

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Predatory Publisher – Warnung vor unseriösen Angeboten / Hinweis auf Beratungsangebote der Universitätsbibliothek

Donnerstag, 19. Juli 2018

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Phänomen sogenannter Predatory Publisher ist Ihnen sicher bekannt: In Spammails an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wird aus Profitgründen regelmäßig für Publikationen und Konferenzen mit unseriösen Geschäftspraktiken geworben.

Konferenzschriften und Zeitschriften, die nicht den geltenden wissenschaftlichen Qualitätskriterien entsprechen, sind kein spezifisches Problem elektronischer Publikationen oder gar von Open Access, dergleichen gab und gibt es bereits seit langem, auch bei gedruckten Publikationen. Qualitätssicherung ist ein elementarer Bestandteil des Wissenschaftsprozesses. Seriöse Verlage sorgen neben der Qualitätssicherung der Inhalte auch für die gute Auffindbarkeit und Sichtbarkeit sowie eine langfristige Verfügbarkeit. Bei unseriösen Angeboten ist dies nicht gewährleistet. Die Veröffentlichung bei unseriösen Verlagen kann dem individuellen wissenschaftlichen Ruf und damit auch dem Ruf der Universität schaden.

Wir bitten Sie, sorgfältig zu prüfen, wo Sie veröffentlichen und auf welchen Konferenzen Sie Ihre Ergebnisse präsentieren. Orientieren Sie sich an den  „Grundsätzen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der TU Berlin“ (http://www.tu-berlin.de/?187373) und nehmen Sie bei Unsicherheiten die vorhandenen Beratungsangebote wahr.

Identifikation unseriöser Angebote

Ob ein Journal oder eine Konferenz vertrauenswürdig ist, lässt sich häufig nicht anhand eines einzigen verdächtigen Merkmals erkennen. Folgende Merkmalskombinationen sollten Sie skeptisch werden lassen:

  • Aggressive Bewerbung insbes. per E-Mail (häufig ohne persönliche Ansprache und ohne Bezug zum eigenen Forschungsschwerpunkt)
  • Namensähnlichkeiten zu etablierten Journalen/Konferenzen
  • Nicht verifizierbare Angaben auf der Webseite des Journals bzw. der Konferenz, z.B.

    • Werben mit einem angeblichen Journal Impact Factor, ohne dass die Zeitschrift in der Datenbank Web of Science indexiert ist
    • Angaben zu Journal Editors oder zum Programmkomitee, ohne dass genannte Personen selbst die Tätigkeit auf ihrer persönlichen Seite nennen

  • Diskussionen über unseriöse Praktiken des Anbieters in der Fachcommunity oder Presseberichterstattung zu dem verdächtigen Verlag  im Internet.

Wie können Sie sich selbst schützen?

  • Prüfen Sie die Angebote formal und inhaltlich:

    • Formal: Wird die Zeitschrift in bekannten Fachdatenbanken indexiert? Speziell für (angebliche) Open-Access-Angebote gilt: Wird die Zeitschrift im Directory of Open Access Journals (DOAJ) indexiert? Wird der Verlag im Directory of Open Access Books (DOAB) oder bei der Open Access Scholarly Publishers Association (OASPA) gelistet?
    • Inhaltlich: Was wurde bislang hier publiziert? Was waren frühere Konferenzinhalte?

  • Nutzen Sie die Beratungsangebote an der TU Berlin.
  • Prüfen Sie, ob Ihr eigener Name missbräuchlich auf Seiten von Journalen oder Konferenzen genannt wird.

Weitere Kriterien für die Begutachtung finden Sie unten in der Checkliste.

Ansprechpartner
Halten Sie bei Unsicherheiten Rücksprache mit Ihren Kolleginnen und Kollegen bzw. Ihrer Fachgebietsleitung.

Die Universitätsbibliothek verwaltet den zentralen Publikationsfonds der TU Berlin, aus dem Gebühren für qualitätsgesicherte Open-Access-Veröffentlichungen finanziert werden können. Sind Sie unsicher, ob der ins Auge gefasste Open-Access-Verlag seriös ist, wenden Sie sich an das Open-Access-Team der UB (). Sie bietet auch weitere Informationen hier an: http://www.ub.tu-berlin.de/oa/allgemeines-links/predatory-publishing/

Die UB bietet zudem Workshops zum Thema „Publikationsstrategien“ an, bei denen es u.a. darum geht, Kriterien für die Auswahl von Journalen/Verlagen zu identifizieren.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Christian Thomsen
Präsident der TU Berlin

Checkliste zum Erkennen von Fake Journals

Ob ein Journal vertrauenswürdig ist, lässt sich häufig nicht anhand eines einzigen verdächtigen Merkmals erkennen; vielmehr ist es die Häufung verschiedener Kriterien, die Anlass zur Skepsis geben sollten.

Ziehen Sie diese Liste Think Check Submit hinzu, um zu überprüfen, ob Ihre gewählte Zeitschrift vertrauenswürdig ist.

  • Kennen Sie oder Ihre Kolleg/innen die Zeitschrift?

    • Haben Sie in der Vergangenheit Artikel in der Zeitschrift gelesen?
    • Können Sie die aktuellsten Artikel in der Zeitschrift einfach finden?
    • Können Sie den Verlag einfach identifzieren und kontaktieren?
    • Wird der Verlagsname deutlich auf der Homepage der Zeitschrift angegeben?
    • Können Sie den Verlag per Telefon, E-Mail oder Post kontaktieren?

  • Macht die Zeitschrift klare Angaben zu ihrem Peer-Review-Verfahren?
  • Werden die Artikel in Datenbanken indiziert, die Sie selber nutzen?
  • Ist klar, welche Kosten anfallen werden?

    • Erläutert die Webseite der Zeitschrift, wofür Zahlungen anfallen und wann diese in Rechnung gestellt werden?
    • Erkennen Sie das Editorial Board?
    • Haben Sie von den Mitgliedern des Editorial Boards schon einmal gehört?
    • Geben die Mitglieder des Boards die Tätigkeit für die Zeitschrift auf ihren eigenen Webseiten an?

  • Ist der Verlag Mitglied einer anerkannten Initiative?

    • Gehört er dem Committee on Publication Ethics (COPE) an?
    • Wenn die Zeitschrift Open Access ist: Ist sie im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelistet?
    • Wenn die Zeitschrift Open Access ist: Gehört der Verlag der Open Access Scholarly Publishers’ Association (OASPA) an?
    • Wird die Zeitschrift einer der Journals-Online-Plattformen von INASP (für Zeitschriften in Bangladesch, Nepal, Sri Lanka, Mittelamerika und Mongolei) oder auf African Journals Online (AJOL, für afrikanische Zeitschriften) betrieben?
    • Ist der Verlag Mitglied eines anderen Fachverbands?

Wenn Sie die meisten oder alle Fragen auf der Liste mit „ja“ beantworten können.

Gehen Sie die Checkliste durch und reichen Sie Ihren Artikel nur dann ein, wenn Sie die meisten oder alle Fragen mit “ja” beantworten können.

  • Sie sind sich sicher, dass die von Ihnen gewählte Zeitschrift ein passendes Ansehen unter Ihren Kolleg/innen hat, um Ihre Reputation und Ihre Chance auf Zitationen zu verbessern.
  • Eine Veröffentlichung in der für Ihre Forschungsarbeit passenden Zeitschrift erhöht Ihr berufliches Profil und hilft Ihnen, Ihre Karriere voranzubringen.
  • Ihr Artikel sollte indiziert oder archiviert werden und sollte einfach auffindbar sein.
  • Erwarten Sie eine professionelle Publikationserfahrung, bei der Ihre Arbeit begutachtet und lektoriert wird.

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