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TU Berlin

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Innenansichten

Nachhaltigkeitspreise 2018 der TU Berlin

Gruppenfoto der Gewinner*innen des Nachhaltigkeitspreises der TU Berlin
Gewinner*innen des Nachhaltigkeitspreises der TU Berlin
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Der Nachhaltigkeitsrat der TU Berlin setzt sich seit 2016 regelmäßig mit größeren und kleineren Projekten für eine zukunftsfähige und nachhaltige Entwicklung in Forschung und Lehre sowie auf dem Universitätscampus ein. Zuletzt hatte der Nachhaltigkeitsrat im Auftrag der TU Berlin einen offenen Wettbewerb dotiert mit 200.000 Euro zur Umsetzung von Ideen zur Nachhaltigkeit an der TU Berlin ins Leben gerufen, angesprochen waren alle Mitglieder der Universität. 34 innovative Konzepte wurden eingereicht, 17 davon hat die Jury ausgewählt. Sie erhalten vom Präsidium eine Förderung für die Laufzeit von einem Jahr, mit der sie ihre Projekt­ideen umsetzen oder weiterführen können. Am 4. Juni 2018 wurden sie im Rahmen der Europäischen Nachhaltigkeitswoche im Lichthof der TU Berlin ausgezeichnet.

Videoclip "Verleihung Nachhaltigkeitspreise 2018"

Nachhaltigkeit für eine bessere Zukunft

Synergien zu fördern ist ein Aspekt von Nachhaltigkeit. Die Jury fasst deshalb zehn ausgezeichnete Projekte aufgrund ­ihrer inhaltlichen Nähe zu Clustern zusammen – zum Nachhaltigkeitsprojektverbund Lastenfahrräder, Campus-Gestaltung und Information.

Lastenräder auf dem Campus der TU Berlin sollen den Alltag erleichtern

Fotos eines Lastenrads
Ausleihbar: Das Lastenrad kann für einfache Transporte auch an der TU Berlin eingesetzt werden.
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Hier läuft’s rund. Denn Mitarbeitende des TU-Sports, der Fachgebiete Bioenergetik und Elektrische Energiespeichertechnik, des Instituts für Architektur sowie von der Stabsstelle Sicherheitstechnische Dienste und Umweltschutz (SDU) haben das Lastenrad im Blick. Das Projekt „TranSPORTlastenrad im Ausleihsystem für die TU Berlin“ vom TU-Hochschulsport will ein Lastenrad für einfache Transporte anschaffen. Das Projekt „Weels, Ways & Weights“ vom Fachgebiet Bioenergetik und von der Stabsstelle SDU kann der TU Berlin ein Lastenrad über das Leihsystem der „Flotte Berlin“ anbieten. Zudem wollen sie die Radinfrastrukturen vorantreiben.

Beschäftigen sich beide Projekte mit der Fortbewegung mit Muskelkraft, widmet sich das Projekt „Select“ des Fachgebiets für elektrische Energiespeichertechnik dem Akku-Problem der Elektrofahrradnutzer. Es soll eine Ladestation für Elektrofahrräder entwickelt werden, die autark agiert, Energie aus erneuerbaren Quellen bezieht und bis zur Abgabe zwischenspeichert. Die verwendeten Batterien stammen beispielsweise aus Notebook-Akkus, die an der TU Berlin gesammelt werden.

Ein viertes Projekt wurde vom „Natural Building Lab“ entwickelt. Das Fachgebiet ist am Institut für Architektur angesiedelt und verfolgt einen ganzheitlich nachhaltigen Arbeits- und Denkansatz – es erforscht, entwirft und baut Gebäude weitgehend in Anlehnung an natürliche Kreisläufe. Was das mit dem Lastenrad zu tun hat? Das „TUB PopUp HUB“ ist ein mobiler, flexibler Raum von bis zu 70 Quadratmeter Größe. Die zeltartigen Module können überall aufgebaut und bald per E-Bike mit Lastenanhänger nachhaltig transportiert werden.

Auf dem Campus der TU Berlin sollen grüne Oasen zum Verweilen einladen

Studierende beim Freiluftmöbelbau, Projekt "Benchmark Reloaded"
Studierende beim Freiluftmöbelbau, Projekt "Benchmark Reloaded"
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Die Projekte im Nachhaltigkeitsprojektverbund „Campus-Gestaltung“ haben grüne Oasen im Blick, die zum Verweilen einladen sollen. Die Projektwerkstatt „Benchmark Reloaded“ hat ihren Fokus auf den Campus als Ort der Lehre, des Lernens, der Erholung, der Kommunikation und der Partizipation gelegt. Mit selbst gebauten Freiraummöbeln wollen sie auf dem Campus studentische Arbeitsplätze im Freien schaffen. Das Projekt „Essbarer Campus“ der Projektwerkstatt „Campus in Transition“ möchte einen Obstbaumlehrpfad an der TU Berlin anlegen, der von 20 fruchttragenden Sträuchern und 11 Obstbäumen gesäumt wird. Der Idee des essbaren Campus widmet sich auch das Projekt „CampusGärten Charlottenburg – urbane Landwirtschaft in Lehre, Forschung & Praxis“. Es sieht vor, verschiedene Flächen des Campus Charlottenburg durch urbanes Gärtnern nachhaltig zu nutzen.

Drei ausgezeichnete Projekte wollen über die vielfältigen Angebote zum Thema Nachhaltigkeit an der TU Berlin informieren

Doch was bringen die Nachhaltigkeitsprojekte, wenn sie niemand wahrnimmt? Für Sichtbarkeit wollen drei ausgezeichnete Projekte sorgen. Die Projektwerkstatt „Campus in Transition“ will eine Online-Nachhaltigkeitsplattform für die TU Berlin aufbauen. Hier sollen Projekte, Initiativen, Vereine, Veranstaltungen, Personen, Institute, Vorlesungen oder Seminare, die sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen, auf einer Webseite gebündelt werden. Um auf die Seite mit ihrem nachhaltigen Angebot aufmerksam zu machen, soll es auf dem Campus verschiedene Infoaktionen geben, zum Beispiel während der kritischen Orientierungswoche.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt André Baier, Koordinator des Nachhaltigkeitszertifikats für Studierende der TU Berlin, mit dem Projekt „Nachhaltige Lehre und Forschung sichtbar machen“. „Der Nutzen des Projekts für die TU Berlin besteht vor allem darin, dass ein erster systematischer Überblick über die relevanten Akteur*innen, über Lehr- und Forschungsprojekte sowie betrieblichen Maßnahmen erstellt wird“, sagt Baier.

Drittes im Bunde ist das Projekt „CO2-Zähler“ vom Fachgebiet Energie- und Ressourcenmanagement. Ausgehend von der Frage, wie viel CO2 Lehr- und Forschungsbetrieb verursachen, wollen die Akteure die aktuellen CO2-Emissionen öffentlich darstellen, um so ein Bewusstsein für die Verantwortung jedes Einzelnen zu schaffen. Hierzu soll eine Anzeige im Eingangsbereich des Hauptgebäudes installiert werden, die den aktuellen CO2-Verbrauch anzeigt

Weitere ausgezeichnete Projekte

Mitglieder des "Formula Student Team" mit Virtual-Reality-Brille
Ausleihbar: Das Lastenrad kann für einfache Transporte auch an der TU Berlin eingesetzt werden.
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Ein Elektro-Rennwagen für FaSTTUBE

Das „Formula Student Team“ der TU Berlin entwickelt seinen ersten Elektro-Rennwagen. Mit dem „FT18e“ will es in diesem Jahr auf dem Hockenheimring in der Klasse „Formula Student Electric“ antreten. Ein Teil der zusätzlichen Kosten, die mit der Entwicklung des neuen Rennwagens verbunden sind, konnten durch den Wettbewerb gedeckt werden. Die interdisziplinär zusammengesetzte Gruppe hat sich gleichzeitig bereit erklärt, den kritischen Diskurs zum Thema Elektromobilität an der Uni zu unterstützen.

SELECT – Akkus fürs Fahrrad

Das Projekt „Select“ des Fachgebiets Elektrische Energiespeichertechnik hat sich mit dem Akku-Problem der Elektrofahrradnutzer beschäftigt. Es soll eine Ladestation für Elektrofahrräder entwickelt werden.

Lernpaket „Nachhaltige ­Produktion“

Das Fachgebiet Industrielle Informationstechnik will einen Beitrag zur deutschlandweiten Bildung für Nachhaltige Entwicklung an Oberschulen durch die Produktion und Vermarktung eines hochwertigen Lernpakets leisten. Es besteht aus Arbeitsheft, Lehrenden-Begleitmaterial und einem Lernspiel. Alle Materialien können kostenlos ausgedruckt werden. Das Lernpaket wurde über mehrere Jahre im Rahmen von Forschungsprojekten am Fachgebiet prototypisch entwickelt und gründlich evaluiert. Jetzt kann es realisiert werden.

Ein neues Schulhaus für ­Umlyngka

Animation des neuen Schulhauses in Umlyngka
Animation des neuen Schulhauses in Umlyngka
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Der Verein Building Knowledge, vertreten durch zwei Architekturstudenten der TU Berlin, wurde Ende 2017 gegründet, mit dem Ziel, eine Schule in Umlyngka im Nordosten Indiens zu erweitern. Obwohl starke Niederschläge das Leben vor Ort bestimmen, ist die Schule nur unzureichend auf den Umgang mit Wasser vorbereitet. Es fehlten ein überdachter Pausenbereich und ein Konzept für Trink- und Brauchwasser. Vereinsmitglieder sind Studierende aus dem Fachbereich Architektur, Handwerker und Geisteswissenschaftler. Anliegen ist die Einbeziehung aller am Prozess Beteiligten, also der Lernenden und der Lehrenden. Im Mittelpunkt stehen soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. Die Förderung hilft den Studierenden, ihr Projekt zum Erfolg zu führen. Weitere Informationen

Verantwortungs-Ausstellung

Blue Engineering erarbeitet eine Ausstellung, die die soziale und ökologische Verantwortung von Ingenieurinnen und Ingenieuren aufgreift. Anhand aktueller Beispiele wie des Dieselskandals wird Verantwortung auf individueller und gesellschaftlicher Ebene verhandelt. In Zusammenarbeit mit der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen wird die Ausstellung an der TU Berlin und im IG Metall-Haus in der Alten Jakobstraße 149 zu sehen sein und so Studierende und Erwerbstätige erreichen.

Deutschkurs in der Box

Das Ziel der Projektwerkstatt „Deutschkurs in der Box“ ist es, lizenzfreie Materialien und Lehrtipps für den ehrenamtlichen Deutschunterricht für geflüchtete Menschen zu entwickeln. Die Ehrenamtlichen haben oftmals keine pädagogische Ausbildung und stoßen in ihrem Unterricht auf eine sehr diverse Schülergruppe. Die Materialien sollen in einer Box und per Webseite an Initiativen in Berlin verteilt werden. Mit der Förderung kann die Gruppe ihre Arbeit weiterführen.

Das Energie-Entdeckungs­häuschen

Im Neuköllner Jugendzentrum Manege wird ein Energie-Entdeckungshäuschen errichtet. Hier sollen Kinder und Jugendliche eigenständig auf Energie-Erkundungstour gehen können, um Wasser-, Wind und Solarenergie, mechanischen Antrieb und physikalische Grundgesetze spielerisch zu erkunden. Mit dem Wettbewerbsgeld können die Voraussetzungen im Garten geschaffen und die Materialien für das Projekt angeschafft werden. Die einzelnen Module werden von Studierenden der Arbeitslehre entwickelt.

Sommerlüftung ­Architekturgebäude

Die oberen Geschosse im Architekturgebäude heizen sich an warmen Tagen so stark auf, dass Arbeiten und Studieren sehr schwer werden. Eine Klimaanlage entspräche jedoch nicht einem nachhaltigen Gebäudebetrieb. Die Lüftungsklappen über den Treppenhallen dienen der Entrauchung im Brandfall, können aber nicht zur Belüftung verwendet werden. Der Wettbewerbsbeitrag sieht vor, diese Klappen zu aktivieren, um die anfallende Stauwärme abzuführen. Ein Messsystem wird entwickelt und dokumentiert die Temperaturänderungen.

Engagement im Nachhaltigkeitsrat der TU Berlin

Der Nachhaltigkeitsrat der TU Berlin ist ein offenes Gremium. Alle TU-Angehörigen, die sich für die nachhaltige Entwicklung der Universität interessieren und daran mitwirken möchten, sind herzlich willkommen. Weitere Informationen und Kontakt

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