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TU Berlin

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Innenansichten

Azubi, Erfinder und Unternehmensgründer

Klemens Nowak macht an der TU Berlin eine Ausbildung zum Tischler. Nebenbei entwickelt er Equipment fürs Outdoortrekking

Klemens Nowak reist gern. Auf einer 29-tägigen Wanderung erkannte er, wie er seine Zukunft gestalten will
Lupe

Er war gerade mal 18 und hatte sein Abitur in der Tasche, als er sich auf den Weg machte. Klemens Nowak wanderte zu Fuß und ohne Geld von Berlin bis an den Bodensee. „Ich wollte mir über meinen Lebensweg klar werden“, erzählt er. Auf seiner 29 Tage dauernden Wanderung traf er auf Menschen, die ihn zum Essen einluden und bei sich übernachten ließen, darunter Rechtsanwälte, Musiker, Handwerker, Ärzte. Er diskutierte mit ihnen über ihren Lebensalltag, ließ sich von ihren Berufen inspirieren. „Die Tour lebte vom Austausch, Freundschaften entstanden“, erzählt er. Am Ende seiner Reise hatte Nowak gefunden, wonach er suchte. „Ich hatte mich entschieden, erst einmal eine Ausbildung im Handwerk zu machen.“ Seine Überlegungen: „Mit den Skills, die ich dort lerne, verschaffe ich mir die Freiheit, später auf jedem Stück Erde arbeiten und Geld verdienen zu können, was mir als Mensch, der gerne reist, viel bedeutet.“

Doch welches Handwerk sollte es sein? Europaweit machte Nowak an die 14 Praktika, er arbeitete bei einem Blockhausbauer in Hessen, bei einem Möbelrestaurator im Westerwald, bei einem Kfz-Zulieferer in Münster – um nur einige zu nennen. „Ich habe die Praktika für mich ausgesucht, die mir für meinen Werdegang sinnvoll erschienen.“ Letztendlich entschied er sich für die Tischler-Ausbildung an der TU Berlin. Das Ambiente der Universität reizte ihn. „Und dass es dort so viele junge Menschen an nur einem Ort gibt“, ergänzt er. Studierende und die anderen neun Azubis in der Tischlerwerkstatt.

Parallel zur Ausbildung ist Nowak auch Unternehmensgründer. „Friendstuff“ heißt sein Business, für das er Hobokocher mit hoher Heizleistung, solider Konstruktion und flexiblen Einsatzmöglichkeiten fürs Outdoortrekking entwickelt. Zurzeit wird er einmal in der Woche über „Coaching Bonus“ für die Existenzgründung fit gemacht. „Coaching Bonus“ ist ein Förderprogramm der Investitionsbank Berlin für kleine und mittlere Unternehmen sowie Existenzgründer. Klemens Nowak erhält einen finanziellen Zuschuss zum Honorar des Unternehmensberaters.

Samstags arbeitet er oft in einem großen Outdoor-Store – zum einen, weil es ihm Spaß macht, den Kontakt zu anderen Trekkern zu haben, zum anderen, um sich ein Netzwerk für sein junges Unternehmen aufzubauen. „Ich bin dabei, zu lernen, mein Produkt auch zu vermarkten“, sagt er und bezieht sich an dieser Stelle auf den Ingenieur und Erfinder Robert Bosch, der sagte: „Wir leben nicht von dem, was wir produzieren, sondern von dem, was wir verkaufen.“ „Ob ich alles richtig mache, das weiß ich nicht“, sagt Klemens Nowak. Das werde sich zeigen. „Aber ich hoffe, an den Punkt zu kommen, an dem alles, was ich gelernt habe, zusammenfließt.“ Mit 30 wolle er nur noch das machen, wozu er Lust habe. Aber erst einmal möchte er seine Ausbildung abschließen – mit einem schönen Gesellenstück.

Dagmar Trüpschuch, "TU intern" 19. Januar 2018

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