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TU Berlin

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Innenansichten

Der Druck im Kessel steigt

Die Verhandlungen mit Elsevier stocken immer wieder

Nein, noch haben die Wissenschaftler, Forscherinnen und Studierenden der TU Berlin nichts zu befürchten. Kritisch wird es erst, wenn zum Ende des Jahres der Vertrag mit Elsevier möglicherweise ausläuft, dem großen Wissenschaftsverlag, der über 2000 Fachpublikationen führt, auf die die Forschenden zugreifen können. Den Frieden bedroht die bislang gescheiterte Verhandlung, die das Projekt DEAL stellvertretend für 600 wissenschaftliche Einrichtungen, darunter die TU Berlin, mit Elsevier führt. DEAL fordert den Volltextzugriff für alle auf das gesamte Titel-Portfolio, das der Verlag im Angebot hat. Elsevier kontert, dass sich dadurch die Menge der Nutzer deutlich erhöhe, deswegen müssten die Kosten steigen.

Um Geld geht es auch beim zweiten strittigen Punkt: DEAL fordert eine Bepreisung nach einem einfachen Berechnungsmodell, das sich am Publikationsaufkommen orientiert, und die Umstellung auf Open Access. Die Hochschulen würden für ihre publizierenden Wissenschaftler einmal eine Artikelgebühr bezahlen, in der Folge wäre der Artikel per Open Access und ohne weitere Gebühren für alle zu lesen. Der Verlag hat Angst um seine jährlichen Millionengewinne, handelt er bislang doch mit jeder einzelnen Hochschule individuelle Verträge aus – mit größtmöglichem Gewinn für den Verlag. Bereits 68 Einrichtungen haben ihre Ende 2016 ausgelaufenen Verträge mit dem Verlag nicht verlängert – mit Folgen für die Forschenden, die nicht mehr auf Fachartikel zugreifen können. Allerdings blieb der große Proteststurm bislang aus, eine – vermutlich befristete – Zeit ohne Zugang zu Elsevier ist also möglich. „Diese Erkenntnis wird dem Verlag nicht gefallen“, sagt Jürgen Christof, Leiter der TU-Universitätsbibliothek.

Was also ist zu tun? Die Reihen geschlossen halten, um den Verlag weiter unter Druck zu setzen. „Wir verhandeln zurzeit über das weitere Vorgehen“, sagt Christof. Mit HU, FU und Charité, denn die Berliner haben einen Konsortialvertrag mit Elsevier. „Es ist eine hochbrisante Entscheidung. So eine Situation in dieser Zuspitzung gab es bislang in Deutschland noch nicht.“

Dagmar Trüpschuch, "TU intern" 12. Mai 2017

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