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TU Berlin

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Innenansichten

Aus Erfahrung gut

Die Mitglieder der Senior Research Group helfen Forschenden, seniorengerechte Produkte zu entwickeln

Sie fühlen sich nicht zu alt für neue Technik: Die Mitglieder der Senior Research Group. In der Mitte Ingrid Hörmann mit Gabriele Wendorf, der Wissenschaftlichen Geschäftsführerin des ZTG (4. v. l.)
Lupe

Wer rastet, der rostet! „Wir nicht“, sagt Ingrid Hörmann, Mitglied der Senior Research Group (SRG) der TU Berlin. Gemeinsam mit 15 weiteren älteren und technikaffinen Menschen hilft sie Produktdesignern und Ingenieurinnen dabei, technische Geräte altersgerecht zu entwickeln. Die „SRGler“ schenken den Tüftlern ihre Lebenserfahrung, informieren sie über ihre Bedürfnisse, diese können dadurch ihre Produkte und Dienstleistungen gemeinsam mit der Zielgruppe gestalten. Die Seniorinnen und Senioren sehen sich als Mittler zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Planenden und den älteren Nutzern.

Ingrid Hörmann ist 2008 zu der Gruppe gestoßen, deren jüngstes Mitglied 65 Jahre alt ist. „Unser Ältester ist 90“, erzählt sie. Die Mitglieder waren in ihrem Berufsleben zum Beispiel Chemiker, Ärztin, Journalistin oder Verfahrenstechniker. „Nach 45 Jahren Berufsleben wollten wir nicht plötzlich zu Hause sitzen“, sagt Hörmann, die als Betriebswirtin gearbeitet hat. Die Idee, jungen Forschenden ihre Alltagserfahrung zur Seite zu stellen, um Design, Ausstattung und Bedienung von Produkten seniorengerecht zu entwickeln, reizte sie. Die Projekte, an denen die Mitglieder der SRG teilnehmen, sind TU-übergreifend. Auch die Universität der Künste und die Kunsthochschule Berlin-Weißensee greifen auf die Expertise der Älteren zurück. Sie werden hinzugezogen, wenn es um Fragen zum altersgerechten Wohnen, Mobilität im Alter, intelligente Kleidung sowie Gesundheit und Pflege geht, um nur wenige Beispiele zu nennen. Spannend fand Ingrid Hörmann die Zusammenarbeit mit der Stiftung SPI (Sozialpädagogisches Institut Berlin), in der die SRGler der Frage auf den Grund gingen, ob sie im Alter von Robotern gepflegt werden möchten. „Durch die Fragestellungen bleiben wir weiter am Puls der Zeit“, sagt sie.

Hervorgegangen ist die SRG 2001 aus dem interdisziplinären TU-Forschungsprojekt Sentha (Seniorengerechte Technik im häuslichen Alltag). Damals testete die Gruppe unter Leitung des TU-Fachgebiets Arbeitswissenschaften und Produktergonomie Technik für den Haushalt, medizinische Geräte und Handys. Im April 2011 verlagerte sich die Aktivität der Gruppe verstärkt auf die Mitarbeit in Forschungsprojekten, seitdem wird sie durch das Zentrum für Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin betreut. 2016 ist ein großer Teil der SRG dem Verein Sentha e.V. als Fachausschuss beigetreten, arbeitet aber weiter mit dem ZTG zusammen.

Aktuell forscht die Gruppe mit dem ZTG an der App „Door to Door Information for Air Passengers“. Sie testen einen Prototyp der App, die Menschen helfen soll, problemlos alle Schritte von der Flugbuchung bis zur Ankunft am Zielort zu bewältigen. „Wir konnten beisteuern, dass für uns die Lesbarkeit der Informationen sehr wichtig ist“, so Hörmann. Im ZTG-Projekt „Neue Mobilität Berlin“ wird sich die Gruppe demnächst unter anderem mit seniorengerechter Verkehrsgestaltung beschäftigen. Ingrid Hörmann freut sich drauf: „So werden wir geistig gefordert, müssen uns mit neuer Technik auseinandersetzen und haben Kontakt zu jungen Leuten.“ „Rasten“ und „rosten“ sind wirklich keine Verben, die auf die Mitglieder der SRG zutreffen.   

www.srg-berlin.de

Dagmar Trüpschuch, "TU intern" 10. November 2017

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