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TU Berlin

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Innenansichten

Eigenes Bier brauen

Donnerstag, 16. Dezember 2010

In der Studienbrauerei der TU Berlin werden erstmalig zwei Frauen ausgebildet

Antonia Klöß (l.) und Kim Buckenauer werden zu Brauerinnen und Mälzerinnen ausgebildet
Lupe

"Wir machen hier alles, was ein Brauer macht: vom Schroten über die Gärkontrolle bis zum Abfüllen. Und natürlich Putzen", erklärt Antonia Klöß. Kim Buckenauer und Antonia Klöß sind die ersten Frauen an der TU Berlin, die zu Brauerinnen und Mälzerinnen ausgebildet werden. Damit halten sie Einzug in einen zahlenmäßig von Männern dominierten Bereich: 2009 waren es laut Ausbildungsstatistik der Industrie- und Handelskammer deutschlandweit 37 Frauen von insgesamt 609 auszubildenden Brauern und Brauerinnen (rund 6,1 Prozent). In Berlin gab es 2009 keinen einzigen weiblichen Azubi.

"Ja, klar", heißt es auf die Frage, ob sie Bier mögen. Sie hatten schon ein Brauereipraktikum absolviert und sind nach dem Abitur in der TU-Studienbrauerei angenommen worden. Kim Buckenauer hörte in einem Radiointerview vom Brauerberuf und erfuhr auf der "Langen Nacht der Wissenschaften", dass sie den Weg zur Brauerin an der TU Berlin einschlagen kann. Antonia Klöß hat ihre ersten Brauversuche zu Hause mit dem Kochtopf unternommen. Die 21-Jährige reizt an dem Beruf besonders, dass es "ein schöner handwerklicher Beruf ist, bei dem auch viel Wissenschaft und Technik dabei ist". Bei ihrer Wahl spielt außerdem eine Rolle, dass es ein "Männerberuf" ist. Sie ist überzeugt: "Grundsätzlich ist es einfacher, mit Männern zusammenzuarbeiten." Ihre Kollegin nickt zustimmend. Doch letztendlich führten das Interesse an Bier und seiner Herstellung die beiden in diesen Beruf. Stolz berichtet Kim Buckenauer, dass sie in der Studienbrauerei bereits ihr eigenes Bier gebraut haben. "Es ist wahrscheinlich nur hier so, dass man so viel freie Hand hat und experimentieren kann", ergänzt Antonia Klöß. Für die jungen Frauen sind die Tätigkeiten in der Brauerei spannender als die im Labor. So verfolgte Antonia Klöß auch nicht den einst an sie herangetragenen Rat, "als Frau lieber Labortechnikerin zu werden". Die beiden sind glücklich mit ihrer Ausbildung. "Das einzige Problem ist, dass wir vom Putzen immer klitschnass werden. Wir haben das noch nicht so richtig raus mit dem Wasser", berichtet Antonia Klöß und lacht. Als einzige Frauen unter Männern "bekommen wir auch mal Sprüche wie ,Die Frauen sind am Kochen‘, obwohl ja alle zusammen kochen", erklärt Antonia Klöß, die es mit Humor nimmt. Und nach der Ausbildung? "Im Bereich Brauerei studieren." Kim Buckenauer möchte vor dem Studium nach Australien. Antonia Klöß sieht sich in der Zukunft mit Familie auf einem Bauernhof mit Gasthausbrauerei und Viehzucht.

Insgesamt sind es vier Azubis, die seit September 2010 an der TU Berlin an diesem Ausbildungsgang teilnehmen. 1891 wurde die Malz- und Brauindustrie Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei (VLB) in Berlin in Betrieb genommen, 1898 bezog sie ihren derzeitigen Standort in der Seestraße und seit 2009 wird hier die Berufsausbildung zur Brauerin oder zum Brauer und zur Mälzerin oder zum Mälzer angeboten.

Jana Bialluch / Quelle: "TU intern", 12/2010

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