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TU Berlin

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Innenansichten

Naturwissenschaft und Technik im Fernsehformat

Montag, 19. November 2007

Neue Strategien für die Gewinnung von ingenieurwissenschaftlichem Nachwuchs

Interesse an Technik durch Vorbilder auch im Fernsehen zu erhalten ist ein wichtges Ziel des Projekt "Eurowistdom"
Ihr Interesse an Technik durch Vorbilder auch im Fernsehen zu erhalten ist ein wichtges Ziel des Projekt "Eurowistdom"
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Trotz zahlreicher Maßnahmen zur Förderung des Interesses an Naturwissenschaft und Technik wählen deutsche Jugendliche ihre berufliche Zukunft nach wie vor geschlechtstypisch aus, und das aus einem sehr verengten Spektrum. Die jugendliche Distanz gegenüber technischen Berufen konnte bislang nicht aufgebrochen werden. Die Zahlen der Studienanfänger und -anfängerinnen im ingenieurwissenschaftlichen Bereich sind seit 2003/2004 sogar rückläufig. Die demografische Entwicklung in Deutschland macht es jedoch dringend erforderlich, nach neuen Wegen für die Nachwuchsgewinnung zu suchen.

Einen für Deutschland ungewöhnlichen Ansatz wählt das von der Femtec - Hochschulkarrierezentrum für Frauen GmbH initiierte und von der Europäischen Kommission geförderte "Eurowistdom"-Projekt (TU intern Juli 2007): Angelehnt an Vorbilder, die von ehemaligen BBC-Redakteuren entwickelt wurden, verfolgt das Projekt das Ziel, das Potenzial von reichweitenstarken Unterhaltungsmedien für einen realitätsgerechten Imagewandel des Ingenieurberufs strategisch nutzbar zu machen. Durch weibliche Berufsrollenvorbilder in Spielfilmen, Serien und Soaps sollen mehr junge Frauen für technisch-naturwissenschaftliche Studienfächer gewonnen werden. Dass mediale Berufsrollenvorbilder breitenwirksamen Einfluss auf die Studien- und Berufswahl nehmen können, zeigt aktuell die gerichtsmedizinisch ausgerichtete Serie "CSI", durch die nicht nur in Deutschland für viele junge deutsche Frauen die Forensik zum Traumberuf avanciert ist. Bisher werden im deutschen Fernsehen naturwissenschaftlich-technische Berufe sehr marginalisiert, stereotyp dargestellt und mehrheitlich über männliche Figuren repräsentiert. Anreize für erfahrene Drehbuchautoren/-innen und Produzenten/-innen, in Spielfilmen und Serien die faszinierende Welt von Naturwissenschaft und Technik aufzugreifen und attraktive weibliche Berufsrollenvorbilder zu kreieren, hat das Eurowistdom-Projekt durch einen Wettbewerb um Treatmentförderungen geboten, die mit 7 x 7000 Euro dotiert waren. Zudem wurden den Autorinnen und Autoren Kontakte zu Forschenden, Ingenieurinnen und Ingenieuren vermittelt, um zu neuen Themen und ungewöhnlichen Figuren zu inspirieren, die aufwendigen Recherchen zu erleichtern. Der fehlende Zugang zur Berufswelt von Naturwissenschaft und Technik ist mit ausschlaggebend dafür, dass Klischees und distanziert-skeptische Haltungen die Vorstellungswelt von Autoren, Produzenten und Redakteurinnen und Redakteuren bestimmen und die Unsicherheiten im Hinblick auf Themen, Kontexte und tragende Figuren und deren Akzeptanz beim Publikum hoch sind. Von dem Kontaktangebot zu Forschenden und Ingenieuren und Ingenieurinnen wurde im Rahmen des Projektes bereits intensiv Gebrauch gemacht. Ingesamt gingen 90 Beiträge namhafter Autorinnen und Autoren ein, davon 53 allein aus Deutschland. Auch vier der sieben Treatmentförderungen wurden nach Deutschland vergeben. Dass sich nach Fertigstellung der Treatments auch Sender aufgeschlossen und dialogbereit gezeigt haben, ermutigt, den Ansatz künftig fortzuführen und weiter auszubauen.

Dr. Marion Esch, Projektleiterin "Eurowistdom" / Quelle: "TU intern", 11/2007

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