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TU Berlin

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Forschung

Kleiner Schwarm

Erfolgreicher Start ins Weltall: TU Berlin baut einmaliges Intersatelliten-Netzwerk auf

Die vier Nanosatelliten kommunizieren untereinander im Weltraum (Montage)
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1. Februar 2018, 11 Uhr Ortszeit: Es knackt, es rauscht, und schon sind sie da – alle vier Nanosatelliten senden ihre ersten Telemetriedaten an die Bodenstation auf dem Dach des Instituts für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin. Die Teammitglieder der „S-Net“-Mission fallen sich erleichtert in die Arme. Fünf Jahre lang hatten die wissenschaftlichen Mitarbeiter und Studierenden, betreut von Prof. Dr.-Ing. Klaus Brieß, an den würfelförmigen Satelliten gearbeitet. „Jetzt wissen wir endlich, dass sie funktionieren“, sagt Projektleiter Dr.-Ing. Zizung Yoon erleichtert. Gestartet waren seine „Minis“ – jeder mit einer Kantenlänge von nur 24 Zentimetern – bereits um 3.07 Uhr. Eine Sojus-Rakete hatte sie vom neuen russischen Weltraumbahnhof Wostotschny in Sibirien erfolgreich in den Orbit gebracht. Das Team möchte mit „S-Net“ ein weltweit bisher einmaliges Netzwerk aus mehreren Nanosatelliten aufbauen und dessen technische Leistungsfähigkeit demonstrieren. Dafür sind die Satelliten mit Funkgeräten ausgestattet, die nicht nur die Kommunikation mit dem Missionskontrollzentrum ermöglichen, sondern auch den Datenaustausch zwischen den einzelnen Nanosatelliten.

Wostotschny: Der Raketenkopf ist bereit. Das TU-Team um Projektleiter Zizung Yoon (r.)
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Der Satellitenschwarm kann so eine höhere örtliche und zeitliche Abdeckung der Erdoberfläche erzielen als etwa größere Einzelsatelliten. „In der Satellitenkommunikation im niederen Erdorbit werden anfallende Rohdaten bei einem Überflug über Bodenstationen mit einer Verzögerung von mehreren Stunden zur Erde gesendet, verarbeitet, archiviert und verteilt“, erklärt Zizung Yoon. Die Auslieferung von Datenprodukten dauert meist einen bis mehrere Tage, doch gerade in der Frühwarnung und im Katastrophen-Monitoring wäre ein Zeitgewinn durch Sofortverarbeitung im Orbit sowie die Kommunikation von Satellit zu Satellit und von dort bis zur nächsten Bodenstation ein großer Gewinn. „Durch das Erproben eines Intersatelliten-Netzwerkes wollen wir den wissenschaftlichen und technischen Grundstein für zukünftige autonome Multisatelliten-Missionen legen“, so Yoon. „Dies ist gerade vor dem Hintergrund der Diskussion um Konstellationen mit mehreren Hundert Satelliten, beispielsweise für eine globale Internetversorgung, von großer Bedeutung.“ Und dabei kann die TU Berlin auf große Erfahrung zurückgreifen: „S-Net“ ist ihre 13. Weltraummission.    

www.tu-berlin.de/?192509

Susanne Cholodnicki, "TU intern" 16. Februar 2018

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