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TU Berlin

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Forschung

PLATO soll die zweite Erde finden

ESA genehmigt Weiterentwicklung des europäischen Weltraumteleskops – TU-Wissenschaftlerin leitet das Baukonsortium

Der extrasolare Planet CoRoT-7b, eine „Supererde“, ist zu heiß für Leben. PLATO wird speziell nach Kandidaten suchen, auf denen Leben möglich ist
Lupe

„PLATO wird die Suche nach einer zweiten Erde und unser Wissen über die Evolution von Exoplaneten und ihrer Zentralsterne revolutionieren“, sind sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie die an der Weltraummission beteiligten internationalen Forschungseinrichtungen sicher. Denn mit der jetzt von der Europäischen Weltraumbehörde ESA genehmigten Weiterentwicklung der PLATO-Mission kann der Bau des Multi-Teleskop-Satelliten, bestehend aus 26 einzelnen Teleskopen, beginnen.

Wenn alles planmäßig verläuft, wird PLATO im Jahr 2026 mit einer Rakete vom Typ Sojus-2.1b vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, aus ins Weltall starten und sich auf die Suche begeben. Das internationale Konsortium für den Bau und den wissenschaftlichen Betrieb des Weltraumteleskops wird von Prof. Dr. Heike Rauer geleitet, Abteilungsleiterin am DLR, zuständig für extrasolare Planeten und Atmosphären sowie Professorin am Zentrum für Astronomie und Astrophysik der TU Berlin.

In den vergangenen Jahrzehnten, speziell in den letzten Jahren, konnten bereits mehr als 3000 Exoplaneten nachgewiesen werden – Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die, wie die Erde, um einen Stern kreisen. Großen Anteil daran hat die Europäische Weltraummission „CoRoT“, die auf deutscher Seite ebenfalls von Professor Heike Rauer geleitet wurde. „Diese Mission hat uns bereits den Weg in eine neue Ära der Astronomie gewiesen“, sagt Heike Rauer, die das PLATO-Konzept seit mehreren Jahren mit ausgearbeitet hat. „Wir haben viel über den Aufbau unserer Galaxie, die Milchstraße, gelernt sowie über unterschiedliche Sterntypen, die Planetensysteme um sich herum aufbauen können.“

PLATO wird 1,5 Millionen -Kilometer von der Erde entfernt stationiert sein
Nachdem nun die Existenz von Tausenden Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachgewiesen ist, werde man sich auf die Charakterisierung der neuen Welten konzentrieren. Genau das wird die Aufgabe von PLATO sein: die Größe, Masse und Dichte der Exoplaneten soll mit einer Genauigkeit bestimmt werden, die bisher nicht möglich ist. Damit soll die Mission erdgroße Planeten in der bewohnbaren Zone entdecken und vor allem eine mögliche Erdähnlichkeit klären: Gibt es Wasser auf dem Exoplaneten, besteht er aus Gestein? Ist dort Leben möglich?

Mit PLATOs Multi-Teleskop-Design kommen zum ersten Mal mehrere Teleskope auf einem einzigen Satelliten zum Einsatz. Zwei davon haben eine besonders schnelle Reaktionszeit. Das ist für die extrem stabile Ausrichtung entscheidend. Das internationale Konsortium, an dem unter anderem auch Frankreich, Italien, Großbritannien, Spanien und Belgien beteiligt sind, liefert die Nutzlast, das wissenschaftliche Instrument mit den 26 Teleskopen, den Bordcomputer, das Datenzentrum, die Auslese-Elektronik und die wissenschaftliche Datenanalyse.

PLATO wird 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt stationiert sein, an einem sogenannten Lagrange-Punkt, an dem sich die Schwerkraftwirkungen von Erde, Mond und Sonne aufheben. Er soll von dort aus mindestens vier Jahre lang Hunderttausende von Sternen beobachten und dabei Gesteinsplaneten um sonnenähnliche Sterne finden. „Mit diesen Daten erweitern wir enorm unsere Kenntnisse über extrasolare Planeten, über die Entwicklung der Sterne und unserer Galaxie“, so Heike Rauer.

Patricia Pätzold, "TU intern" 18. Juli 2017

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