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TU Berlin

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Forschung

Der „300-Kilo-Gorilla“ im Raum

Das neue Leistungszentrum „Digitale Vernetzung“ bündelt die Expertise von TU Berlin und Fraunhofer-Instituten für den Ausbau digitaler Exzellenz in Berlin

Sprecher des neuen Leistungszentrums ist Manfred Hauswirth, Fraunhofer-Direktor und TU-Professor. Hier im Showroom im Fraunhofer FOKUS
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Das „Internet der Dinge“, die digitale Transformation von Industrie und Gesellschaft, ist in aller Munde, steht auf jeder Agenda als Zukunftsthema. Keiner will den Anschluss verpassen. Seit dem 6. März 2017 strahlt nun ein neuer Leuchtturm über Berlin: das Fraunhofer-Leistungszentrum „Digitale Vernetzung“. Es soll praxisnahe Lösungen für die digitale Transformation in den Anwendungsbereichen Tele-Medizin, Mobilität und Zukunftsstadt, Industrie und Produktion sowie kritische Infrastrukturen entwickeln und bereitstellen. Das Leistungszentrum ist ein Zusammenschluss von vier Berliner Fraunhofer-Instituten, die eng mit den regionalen Unternehmen und Hochschulen kooperieren. Alle vier Institute werden von Direktoren geleitet, die gleichzeitig TU-Professoren sind.

„Damit bündeln wir die Expertise und das umfangreiche Know-how der Grundlagenforschung im Bereich der Digitalisierung, die wir an der TU Berlin haben, und vernetzen sie mit den Kompetenzen der Fraunhofer-Institute. Gleichzeitig können wir den Technologietransfer in die Wirtschaft fördern“, erklärt Prof. Dr. Manfred Hauswirth, Sprecher des neuen Leistungszentrums. „Für die Positionierung Berlins als führender Standort der Digitalisierung ist das ein neuer Meilenstein.“ Manfred Hauswirth ist Direktor des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS und leitet an der TU Berlin das Fachgebiet Verteilte und offene Systeme in der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik. Er geht sogar noch weiter: „Wir sind auf dem besten Weg, europaweit die erste Adresse im Bereich ,Digitale Vernetzung‘ zu werden.“ Mit den Leistungszentren – deutschlandweit plant die Fraunhofer- Gesellschaft 16 davon – sollen die innovations- und verwertungsorientierte Exzellenz bei Schlüsselthemen und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie gesichert werden, denn die Digitalisierung aller Lebensbereiche ist weltweit eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Beteiligt am Leistungszentrum „Digitale Vernetzung“ sind die Fraunhofer-Institute für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut mit den TU-Professoren Thomas Wiegand und Martin Schell an der Spitze (HHI), für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik mit Eckart Uhlmann (IPK), für Zuverlässigkeit und Mikrointegration mit Klaus-Dieter Lang (IZM) und für Offene Kommunikationssysteme mit Ina Schieferdecker und Manfred Hauswirth (FOKUS).

„Wir arbeiten zusammen an Themen, die aufeinander aufbauen“, erklärt Manfred Hauswirth und nennt drei Beispiele: „Für den zukünftigen Mobilfunkstandard 5G arbeitet das HHI an der Luftschnittstelle, der Antennentechnik und an der Glasfasertechnologie. Wir, das FOKUS, bauen darauf aufsetzend die Software. Diese neue Technologie muss in bestimmten Anwendungsbereichen – Logistik, Robotersteuerung – an Industrie und Wirtschaft herangebracht werden. Das IZM wird federführend die Software in Hardware umsetzen. Es präsentierte vor Kurzem den Prototyp der ,intelligenten Schraube‘. Sie ist mit messtechnischen Sensoren ausgestattet, die zum Beispiel Informationen darüber geben, ob die Schraube richtig eingedreht ist, ob sie unter Spannung steht, ob sie ausgetauscht werden muss und dergleichen. Die Schraube übernimmt also Messungen, die man sonst nur von außen bewerkstelligen kann, wenn überhaupt. Das IZM hat außerdem die leistungsfähigste Halbleiter-Kamera gebaut, die es momentan am Markt gibt. Wir von FOKUS bauen die Software dazu.“ Letztlich biete das Leistungszentrum Kunden und Forschenden einen One-Stop-Shop für Leistungen von der Hardware über die Übertragungstechnik, die Software bis hinein in die Produktion.

TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen sieht in dem Zentrum ebenso wie in dem neu eröffneten Einstein Center Digital Future (siehe Seite 1) einen wichtigen Beitrag zur Digitalen Agenda und eine weitere Stärkung Berlins als digitale Hauptstadt. „So sind am Leistungszentrum Fachgebiete aus drei Fakultäten beteiligt. Durch diese Intensivierung der Kooperationen zwischen der TU Berlin, den Fraunhofer-Instituten und dem Einstein Center Digital Future kann sich Berlin bei der Bewerbung um das Deutsche Internet-Institut sowie in der Exzellenzstrategie selbstbewusst positionieren.“
Plakativ drückt es Manfred Hauswirth aus: „Wir, die TU Berlin, haben in dem Bereich eine exzellent aufgestellte Fakultät. Es ist dabei besonders nützlich, dass die Elektrotechnik und Informatik zusammen in einer Fakultät sind. So kennt man das auch aus den amerikanischen Elite-Universitäten. Für den speziellen Bereich Internet und Vernetzung sind wir hier in Berlin – man kann es ruhig so sagen – der ,300-Kilo-Gorilla‘ im Raum.“   

Patricia Pätzold, "TU intern" 7. April 2017

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