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TU Berlin

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Forschung

Junge Wissenschaft

Mittwoch, 31. Juli 2013

Volksfahrzeug Nr. 1

Frank Steinbeck
Lupe

Auf dem Weg in eine automobile Gesellschaft spielte in Deutschland das Motorrad, nicht das Auto die herausragende Rolle. Von 1926 an gab es mehr Motorräder als Autos. Und die Hälfte aller weltweit zugelassenen Motorräder (1,5 Millionen) wurde 1938 auf Deutschlands Straßen gezählt, während in den USA, Frankreich und England bereits seit den 1920er-Jahren das Auto den Individualverkehr dominierte.

In seiner Dissertation „Das Motorrad“ untersucht Frank Steinbeck die Bedeutung des Motorrads bei der Massenmotorisierung in Deutschland zwischen den beiden Weltkriegen. Mit dieser herausgehobenen Stellung des Motorrads bei der Motorisierung des Straßenverkehrs habe Deutschland im internationalen Vergleich einen Sonderweg beschritten, so der Wissenschaftler, der bei Prof. Dr. Wolfgang König am Fachgebiet Wissenschafts- und Technikgeschichte promovierte.

„Die massenhafte Verbreitung von Motorfahrrädern und Kleinkrafträdern war eigentlich ein Armutszeugnis“, sagt Steinbeck. „Denn obwohl Deutschland ein hoch entwickeltes Industrieland war, war für die Mehrheit der Deutschen in der Zwischenkriegszeit ein Auto nicht erschwinglich, anders als das Motorrad.“ Dieses war in Anschaffung und Unterhalt für Arbeiter und Angestellte bezahlbar. Außerdem begünstigten Verkehrs- und steuerrechtliche Bestimmungen in der Weimarer Republik den Aufstieg des Motorrads zum Volksfahrzeug: Motorfahrräder und Kleinkrafträder wurden von der Kfz-Steuer befreit, die Führerscheinpflicht und die strengen Haftpflichtbestimmungen aufgehoben.

Sybille Nitsche / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 7/2013

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