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TU Berlin

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Forschung

Junge Wissenschaft

Freitag, 17. Mai 2013

Warnung für müde Fahrer?

„15 bis 20 Prozent aller schweren Unfälle auf Schnellstraßen sind auf Übermüdung zurückzuführen“, sagt Dr. Katja Karrer-Gauß. Müdigkeit sei eine der folgenschwersten Unfallursachen. Systeme zur Müdigkeitserkennung in Lkws und Pkws sollen den Fahrer dazu veranlassen, bei Müdigkeit eine Pause einzulegen. Aber erzielen die Warnsysteme überhaupt diesen gewünschten Effekt?

Katja Karrer-Gauß (39) hat diese Frage in ihrer Dissertation „Prospektive Gestaltung von Systemen zur Müdigkeitserkennung“, die sie am Fachgebiet Mensch-Maschine- Systeme bei Prof. Dr.-Ing. Matthias Rötting ablegte, und in weiteren Studien untersucht. Die Probanden fuhren in einem Fahrsimulator mit und ohne System zur Müdigkeitserkennung. „Allein schon der Fakt, von einem System überwacht zu werden, nimmt Einfluss auf das Verhalten der Fahrer. Sie kämpften eher gegen die Müdigkeit an, als eine Pause einzulegen. Im Mittel pausierten die Probanden mit einem Müdigkeitsassistenten an Bord 20 Minuten später“, sagt Katja Karrer-Gauß. Dieses Ergebnis konterkariert die eigentliche Absicht des Systems.

Müdigkeitswarnsysteme, ergab eine Befragung von Berufskraftfahrern, verführe diese zu einer Risikokompensation. Die Diplom-Psychologin stieß dabei auf ein weiteres Problem: Forscher erachteten eine Müdigkeitsanzeige als sinnvoll, Lkw- Fahrer als nutzlos, weil das Problem nicht die Müdigkeitserkennung sei, sondern der Termindruck, unter dem die Kraftfahrer stünden. Dieser zwänge sie zu langen Fahrten.

Sybille Nitsche / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 5/2013

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