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TU Berlin

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Forschung

Junge Wissenschaft

Montag, 19. November 2012

Migration in China

In einer Serie stellen wir in TU intern die Forschungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der TU Berlin vor.

Die Forschungen von Saskia Steiger zur Migration innerhalb Chinas haben viele neue Erkenntnisse gebracht: Das durchschnittliche Migrationsalter liegt nicht bei 16, sondern bei 18 und 19 Jahren, die Migranten sind nicht ungebildet und die Mehrheit ist unverheiratet. Somit haben sie keine eigene Familie in ihrem Heimatort. Sie sind nicht arm, sondern verfügen über Grund und Boden. Ein Großteil des Monatsgehalts wird gespart für eigene finanzielle Rücklagen. Nur eine Minderheit schickt Geld an die elterliche Familie. Ein Vergleich von Konsumverhalten, Ausgaben und monatlichem Einkommen ergab, dass die Migranten keineswegs unterhalb der offiziellen Armutsgrenze leben. Und noch ein Fakt wirft bisherige Forschungsannahmen über Bord: Die Migrationswege sind relativ kurz. Lediglich 200 Kilometer liegen durchschnittlich zwischen Heimat- und Migrationsort. Im Jahr 2005 befragte Saskia Steiger für ihre Dissertation „Migration in China: Eine empirische Untersuchung zu den Migrationsprozessen und deren Gestaltern in der VR China am Beispiel der Provinz Sichuan“ 5000 Migrantinnen und Migranten in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz, im Auftrag der International Labour Organization. Vorgelegt hat sie ihre Arbeit im vergangenen Jahr am TU-Institut für Soziologie. Zu erklären sind diese neuen Befunde damit, so Saskia Steiger, dass die Migrationsbewegung von einer neuen Generation getragen wird. Deren Motiv, die Heimat zu verlassen, ist nicht mehr die finanzielle Absicherung der zurückgelassenen Kernfamilie, sondern Selbstverwirklichung. „Sie streben nach Gesundheit, materiellem Reichtum, persönlichem Glück und einer sicheren Arbeitsstelle, verknüpft mit dem Ziel, soziale Anerkennung und Ansehen zu erlangen“, schreibt Steiger. Deshalb wollen die Migranten auch nicht in ihre Heimat zurück, sondern sich in ihrem Migrationsort niederlassen – obwohl die Arbeitsbedingungen schwierig und sie rechtlich wie sozial kaum geschützt sind.

Sybille Nitsche / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 11/2012

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