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TU Berlin

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Forschung

Junge Wissenschaft

Freitag, 12. Oktober 2012

Ägyptische Museen im 19. Jahrhundert

Mariana Jung
Lupe

In einer Serie stellen wir in TU intern die Forschungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der TU Berlin vor.

Napoleons Ägyptenfeldzug 1798/99 brachte nicht nur eine Fülle an archäologischen Objekten nach Europa. Die öffentliche Präsentation der Sammlungen markiert auch den Beginn ägyptischer Museen auf dem Kontinent im 19. Jahrhundert. Ausgehend von ihrer Magisterarbeit über die Ägyptenexpedition von Karl Richard Lepsius 1842 bis 1845, die zur Entstehung eines Ägyptenbildes im 19. Jahrhundert beitrug, erforscht Mariana Jung in ihrer Dissertation den Einfluss großer europäischer Museen auf das Ägyptenbild der Europäer im 19. Jahrhundert. Jung will untersuchen, wie die Museen ihre Funde präsentierten, ob sie sich gegenseitig beeinflussten und wodurch sich die Ausstellungen unterschieden. „Die Sammlungsgeschichte ist weitgehend erforscht, doch es fehlt eine vergleichende europäische Betrachtung“, sagt Jung, die in Leipzig Kunstgeschichte und Ägyptologie studierte und nun an der TU Berlin am Fachgebiet Kunstgeschichte bei Professorin Bénédicte Savoy ihre Arbeit schreibt. In Berlin und Wien wurden die Funde im Kontext ägyptischer Architektur und Kunst gezeigt, indem ägyptische Tempel nachgeahmt, originale Säulen eingebaut sowie Decken und Wände der Ausstellungssäle mit Motiven altägyptischer Denkmäler bemalt wurden. In Turin und London dagegen entschied man sich für die klassische Skulpturengalerie. Der Fokus lag ganz auf dem einzelnen Fund. In Paris wiederum, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ägyptischen Museum in Berlin, wurden die Objekte im Umfeld von ägyptisierenden Dekorationen wie Friesen und Reliefs und Deckenmalereien mit biblischen Motiven ausgestellt. „Diese regelrechten Inszenierungen müssen beim Betrachter eine andere Form von Wissen über die altägyptische Kunst und Kultur produziert haben, als dies Literatur, bildende Kunst und Architektur bis dato vermocht hatten.“

Sybille Nitsche / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 10/2012

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