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TU Berlin

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Forschung

Junge Wissenschaft

Freitag, 11. Mai 2012

Das Korsett und der Ingenieur

Josephine Barbe
Lupe

In einer Serie stellen wir in TU intern die Forschungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der TU Berlin vor.

Es waren kaltgewalzte Stahlbänder der Firma Peugeot, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Mode veränderten. In den Korsetts ersetzten sie das teure Fischbein und bei den Krinolinen ermöglichten sie Rockumfänge bis zu acht Metern, die mit den Rosshaar-Einlagen niemals hätten erreicht werden können. Welchen Einfluss der technische Fortschritt auf die Modesilhouette hatte und wie die Mode wiederum den Erfindergeist der Ingenieure beflügelte – mit dieser interdisziplinären Frage beschäftigte sich Dr. Josephine Barbe in ihrer Promotion anhand der Geschichte des Korsetts von 1815 bis zum Ende der 1920er-Jahre am Fachgebiet Technikgeschichte von Prof. Dr. Wolfgang König. In ihrer Arbeit hinterfragt sie nicht nur die Ursachen eines weiblichen Schönheitsideals, das eine Jahrhunderte währende Modellierung des Körpers auslöste, sondern beschreibt die Korsettgeschichte als Innovationsgeschichte. „Die Funktion des Korsetts lag immer im Formen des Körpers. Dafür perfektionierte jede Epoche ihr technisches und handwerkliches Können“, sagt Barbe, die Kunst, Kunstwissenschaft und Textiles Gestalten an der Hochschule der Künste in Berlin studierte. So gelang es 1848, das Korsett auf dem Webstuhl dreidimensional und ohne drückende Nähte in einem Stück zu weben. Und die Entdeckung des Gummis nutzte die Korsettbranche für einen Imagewandel. Sie modulierte das steife Korsett zu einem bewegungsaktiven Körperformer, der den Frauen Flexibilität und Sportlichkeit trotz straff geformter Figur versprach.

sn / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 5/2012

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