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TU Berlin

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Forschung

In vielerlei Hinsicht ein Unikat

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Dieter Bimberg über seine Auszeichnung und seine Aufgabe in der russischen Wissenschaftsstadt Skolkowo

Der Physiker Dieter Bimberg wurde von Nobelpreisträger Zhores Alferov für den Beirat der neuen Wissenschaftsstadt vorgeschlagen
Lupe

Herr Professor Bimberg, Sie sind sowohl als erster Physiker als auch als erster deutscher Wissenschaftler überhaupt mit dem „William-Streifer-Award“ ausgezeichnet worden. Wofür haben Sie ihn erhalten?

Es ist meiner Arbeitsgruppe 1994 erstmals gelungen, einen neuartigen Halbleiter-Laser, basierend auf selbst organisierten Quantenpunkten, herzustellen, und wir legten die theoretische Grundlage für das Verständnis von deren selbstorganisiertem Wachstum. Beides hat das von uns erschlossene neue Gebiet der Halbleiter-Nanophotonik ermöglicht.

Was macht den William-Streifer-Preis so besonders?

Er wird von der weltweit größten Ingenieursvereinigung der Elektrotechnik, der IEEE, vergeben. Man wird vorgeschlagen, und ein international hochkarätiges Komitee entscheidet. Der Preis wird seit 20 Jahren verliehen – für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Photonik.

Es ist nicht die einzige Ehrung für Sie in diesem Herbst. Sie wurden außerdem als erster Deutscher in den wissenschaftlichen Beirat von Skolkowo berufen, einer hochmodernen, riesigen Wissenschaftsstadt, die die russische Regierung vor den Toren Moskaus baut. Wie kam es zu Ihrer Berufung?

Ich kooperiere seit zwei Jahrzehnten mit russischen Wissenschaftlern, besonders eng ist meine Zusammenarbeit mit dem Physik-Nobelpreisträger Zhores Alferov, der gemeinsam mit dem amerikanischen Chemie-Nobelpreisträger Roger Kornberg den wissenschaftlichen Beirat leitet. Alferov schlug mich vor. Die Berufung selbst erfolgte aber durch den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. Außerdem konnte ich weitere deutsche Mitglieder für den Beirat benennen. Das sind Prof. Dr. Detlev Ganten, Leiter der Charité-Stiftung, und Dr. Siegfried Dais, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG. Die Vorschläge wurden auch angenommen.

Welche Aufgabe werden Sie in Skolkowo haben?

Es wird ein Institut für angewandte Wissenschaften geben. Sein Ziel ist es, anwendungsnahe Forschung so weit voranzubringen, dass diese in industrielle Anwendungen überführt werden kann. Für dieses Institut werde ich in zweierlei Hinsicht tätig werden: Zum einen soll ich zukunftsweisende Themen identifizieren, die mittelfristig dem genannten Ziel dienen. Zum anderen sollen in fünf Fachclustern konkrete Anträge hinsichtlich ihrer Förderungswürdigkeit begutachtet werden. Ich bin Vorsitzender des Informations- und Computertechnologie-Clusters. Skolkowo wird ja gebaut, weil die russische Administration sehr genau weiß, dass auch Russlands Öl- und Gas-Ressourcen endlich sind. Man will daher rechtzeitig in innovative Zukunftstechnologien investieren.

Welche Chance wird Skolkowo hinsichtlich gemeinsamer Forschungsprojekte bieten?

Da mein Interesse auf der Datenübertragung und -sicherheit mit Photonen liegt, würde ich gern in gemeinsamen Vorhaben ultraschnelle optische Verbindungen in und zu Rechnern entwickeln, die Eingang in den Weltmarkt finden. Eine andere Chance sehe ich in der Finanzierung gemeinsamer Projekte, die bisher überwiegend einseitig war. Russland ist nicht mehr in der finanziellen Situation, nehmen zu müssen. Russland kann mittlerweile auch geben

Das Interview führte Sybille Nitsche / Quelle: "TU intern", 12/2010

An die Weltspitze

20 Kilometer vor den Toren Moskaus, südwestlich der Hauptstadt, baut die russische Regierung ein "Zentrum für Entwicklung und Kommerzialisierung von neuen Technologien", so der offizielle Name. Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus aller Welt sollen an der Entwicklung innovativer, anwendungsfähiger Zukunftstechnologien in den fünf Kernbereichen Energie, Weltraumforschung, Telekommunikation, Biomedizin und Nukleartechnologie arbeiten. In den nächsten vier Jahren werden 2,1 Milliarden Euro investiert. Ab 2015 sollen dort 30 000 Menschen aus der ganzen Welt studieren, forschen, arbeiten und leben. Mit Skolkowo will die Regierung Russland an die Spitze der innovationsfähigsten Länder führen.

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