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TU Berlin

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Forschung

Der Staat als Einkäufer

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Studie zur Innovationsorientierung im öffentlichen Einkauf

Mehr als 200 Milliarden Euro gibt die öffentliche Hand alljährlich für Anschaffungen aus. Etwa zehn Prozent davon stufen Fachleute als im engeren Sinne innovationsrelevant ein. Das ist eins der Ergebnisse der Studie „Einkäufer Staat“, die sich mit den Möglichkeiten und Notwendigkeiten einer stärkeren Innovationsorientierung des öffentlichen Einkaufs befasst und kürzlich veröffentlicht wurde. Dafür wurden bundesdeutsche Beschaffungsstellen nach der strategischen Ausrichtung ihrer Einkäufe befragt, die Beschaffungsprozesse nachgezeichnet und Indikatoren für die Innovationsorientierung des Einkaufs abgefragt. Es zeigte sich, dass das beachtliche Potenzial des öffentlichen Einkaufs für eine moderne und innovative Bedarfsdeckung bisher nur unzureichend genutzt wird. So stellt beispielsweise der Anschaffungspreis immer noch das wichtigste Zuschlagskriterium dar, obwohl eine Bewertung nach Lebenszykluskosten oftmals mittelfristig günstiger wäre. Doch auch Best-Practice-Lösungen für die Beschaffung von innovativen Waren und Dienstleistungen führt die Studie auf: von kleinen technischen Verbesserungen mit großer Wirkung für die tägliche Arbeit in den Behörden bis zur Schaffung neuer Märkte durch die Ausschreibung zuvor selbst erbrachter Leistungen. Ein ergänzendes Rechtsgutachten befasst sich außerdem mit den Grenzen und Möglichkeiten, die sich aus dem Vergaberecht ergeben.

Ein Bericht über den Stand der europa-, bundes- und landespolitischen Maßnahmen und Initiativen sowie eine zur Befragung der Vergabestellen korrespondierende Unternehmensbefragung runden die Bestandsaufnahme zum deutschen Beschaffungswesen ab. Auf dieser Basis schließt die Studie mit Handlungsempfehlungen für Verwaltungsleitungen und Beschaffungsstellen auf der einen sowie für die bundespolitische Ebene auf der anderen Seite. Eine vergleichbar detailreiche Studie liegt bislang für kein anderes EU-Land vor, sodass die Studie "Einkäufer Staat" auch international wichtige Impulse für die Diskussion zur nachfrageorientierten Innovationspolitik liefern wird. Sie wurde vom Fachgebiet Innovationsökonomie der TU Berlin, Prof. Dr. Knut Blind, in Kooperation mit der Wegweiser GmbH und der Sozietät Orrick erstellt und vom Bundesbildungsministerium gefördert. Die Studie steht im Internet als kostenloser Download zur Verfügung.

tui / Quelle: "TU intern", 12/2010

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