direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Forschung

Wertvoller als Platin

Montag, 14. Juli 2008

Neu berufen aus den USA: Peter Strasser sucht die Brennstoffzelle von morgen

Chemieexperte Peter Strasser
Seine Materialien sollen die Brennstoffzelle der Zukunft effektiv, umweltfreundlich und billig machen: Chemieexperte Peter Strasser
Lupe

Den viel beklagten "Braindrain" aufzuhalten oder gar rückgängig zu machen ist das erklärte Ziel vieler Forschungseinrichtungen in Deutschland. Mit dem exzellenten Chemiker Peter Strasser, ehemaliger Doktorand des Chemie-Nobelpreisträgers Gerhard Ertl, ist der TU Berlin eine erfolgreiche "Rück"-Berufung aus den USA gelungen. Professor Strasser ist einer von sieben Wissenschaftlern, die Deutschland mit Unterstützung der German Scholars Organization e.V. zurückgewinnen konnte - der Einzige für Berlin. Technische Chemie ist sein Fachgebiet, angesiedelt an der Fakultät II Mathematik und Naturwissenschaften.

In der Raumfahrt werden schon seit Jahren Brennstoffzellen, die auf Wasserstoffbasis arbeiten, verwendet. Sie produzieren aus Wasserstoff und Sauerstoff Wasser und Energie. Als Katalysatoren für diesen sauberen Prozess benötigen sie jedoch das teure Platin. "In der Raumfahrt spielt Geld natürlich keine so große Rolle wie in der Massenproduktion“, sagt Peter Strasser. “Doch allein das Platin für eine Auto-Brennstoffzelle könnte 4000 bis 6000 Euro kosten, das ist wenig attraktiv. Es kommt hinzu, dass Platin für bestimmte Reaktionen in der Brennstoffzelle ohnehin kein besonders effektiver Katalysator ist." Attraktiv ist dagegen die Umweltfreundlichkeit von derartigen Brennstoffzellen. Peter Strasser sucht daher nach neuen (Nano-)Materialien für Elektrokatalysatoren, die nicht nur besser, sondern auch billiger sind als das schwer beschaffbare Platin.

Der Chemiker Prof. Dr. Peter Strasser, unter anderem Träger der hoch renommierten Otto-Hahn-Forschungsmedaille der Max-Planck-Gesellschaft, ist seit April 2008 in Berlin. Er arbeitete zuletzt am Department of Chemical and Biomolecular Engineering der University of Houston, wo er als Assistant Professor tätig war. Davor war er Gastwissenschaftler bei Sony in Yokohama, Japan, sowie "Principle Scientist" in dem Start-up-Unternehmen Symyx Technologies in Santa Clara (Silicon Valley), Kalifornien, das sich mit der kombinatorischen und Hochdurchsatz-Suche nach besseren Katalysatoren und anderen Funktionalmaterialen befasst. Erst kürzlich war ihm mit seiner amerikanischen Arbeitsgruppe ein großer Erfolg beschieden: Sie entwickelten ein Nanomaterial, bei dem ein superdünner Platinmantel einen Kern aus einer Kupfer-Kobalt-Legierung umhüllt. Dieses Material ist als Katalysator in einer Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle rund dreimal so effektiv wie reines Platin - und außerdem viel billiger.

In seiner Forschung an der TU Berlin konzentriert sich Peter Strasser auf die Entwicklung von Nanomaterialien, die katalytisch nutzbar sind, auf die Umwandlung elektrochemischer Energie, auf Brennstoffzellen, die mit Wasserstoff und anderen Flüssigkeiten arbeiten, wie auch auf die biologische Elektrochemie. In Deutschland und Europa wird er mit den großen Synchrotron-Teilchenbeschleunigern wie BESSY in Berlin, DESY in Hamburg oder ESRF in Grenoble (Frankreich) zusammenarbeiten.

Die Berufung des exzellenten Wissenschaftlers gelang durch Vermittlung der GSO, einer unabhängigen und gemeinnützigen Dienstleistungs-Organisation für deutsche Nachwuchswissenschaftler im Ausland, insbesondere in den USA und Kanada. Ihr Ziel ist es, die Rückanbindung dieser qualifizierten Forscher an den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland zu fördern. Die Organisation wurde im April 2003 gegründet und unterhält Büros in der Bay Area (USA) und Berlin. Seit 2006 betreut die German Scholars Organization e.V. in Berlin für die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung das neue Förderprogramm "Rückkehr deutscher Wissenschaftler aus dem Ausland". Mit dem Programm unterstützt sie deutsche Universitäten im internationalen Wettbewerb um hochkarätige Wissenschaftler. Exzellente Berufungen werden mit bis zu 100000 Euro über fünf Jahre gefördert.

Mobilität im Klimawandel
In seiner Antrittsvorlesung wird der Chemiker einen Blick auf die zukünftigen Möglichkeiten freigeben, bei knapper werdenden fossilen Ressourcen unsere Mobilität zu erhalten: "Mobilität im Klimawandel - Katalyse, Wasserstoff und die Energie des Elektrons" (Dienstag, 15. Juli 2008, 16 Uhr, Franz-Fischer-Bau, Str. des 17. Juni 124, 10623 Berlin, Hörsaal TC 006). An der Antrittsvorlesung wird Staatssekretärin Almuth Nehring-Venus aus der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen teilnehmen.
Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 7/2008

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Piwik für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.