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TU Berlin

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Wo Wissen entsteht - Blick in die Labore der TU Berlin

Wo das gläserne Pumpwerk sein Zuhause hat

Die Versuchshalle K ist das Großraumlabor für Strömungstechnik in Maschinen

In der 1904 erbauten und 620 Quadratmeter großen Versuchshalle K stehen derzeit acht Großprüfstände
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Als die Berliner Wasserbetriebe (BWB) dazu übergingen, den Betrieb ihrer Pumpwerke zu automatisieren, sahen sie sich alsbald mit dem Problem konfrontiert, dass die Pumpen vermehrt verstopft waren. Die BWB wandten sich an das Fachgebiet Fluidsystemdynamik – Strömungstechnik in Maschinen und Anlagen von Prof. Dr.-Ing. Paul Uwe Thamsen mit der Bitte, das Problem zu untersuchen. Unter seiner Leitung erfolgte eine groß angelegte Analyse, die das Phänomen der sogenannten Verzopfung von Feststoffen in Pumpen erklärte. Seitdem wurden zahlreiche Projekte zur Verbesserung der Wasser- und Abwasserförderung in komplexen Systemen erfolgreich durchgeführt. Die Untersuchungen fanden in der Versuchshalle K statt.

In der 1904 erbauten und 620 Quadratmeter großen Versuchshalle K stehen derzeit acht Großprüfstände, unter anderem das gläserne Pumpwerk. Es wird für Forschungen genutzt, die das Ziel haben, die Betriebssicherheit von Abwasserpumpstationen zu erhöhen. An einem anderen großen Prüfstand werden Untersuchungen durchgeführt, um den Wirkungsgrad von Gasturbinen zu verbessern. Die Halle befindet sich an der Fasanenstraße gegenüber der Universitätsbibliothek
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1904 erbaut, ist die Versuchshalle K wohl eines der ältesten Labore auf dem TU-Campus in Charlottenburg. Das K steht für Kraftfahrzeugtechnik. Denn zuerst wurde hier zu allem geforscht, was die Kraftfahrzeuge betraf – zu Motoren, Getrieben, Karosserien und später auch zu alternativen Antriebskonzepten auf der Basis von Holz, Propan und Methan. Erste Crashtests mit Raketenwagenantrieb wurden vorgenommen; Versuche, die unter anderem zur Entwicklung des Airbags führten. Und in der Halle war auch das Laboratorium der „Technischen Prüfstelle für den Kraftfahrzeugverkehr an der Technischen Universität Berlin“, der ersten Einrichtung dieser Art in Deutschland.

Im Jahr 2000 wurde die Versuchshalle komplett entkernt und mit damals drei Millionen DM saniert. Seit 2003 ist sie das Großraumlabor des Fachgebietes Fluidsystemdynamik – Strömungstechnik in Maschinen und Anlagen. Hier werden umfassende Forschungen zu nahezu allen strömungstechnischen Fragen durchgeführt. Ein Beispiel dafür ist das Projekt KURAS. Ziel dieses gemeinsamen Vorhabens von TU Berlin, Berliner Wasserbetrieben und dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin ist es, integrierte Konzepte für einen nachhaltigen Umgang mit Schmutzwasser und Regenwasser für urbane Standorte am Beispiel Berlins zu erarbeiten und modellhaft zu demonstrieren.

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Aber auch Grundlagenforschung wird in der Versuchshalle K betrieben. So war das Fachgebiet am Sonderforschungsbereich 1029, an dem an der Steigerung des Wirkungsgrades von Gasturbinen gearbeitet wird, mit einem Teilprojekt beteiligt. Dort werden adaptive Strömungsprofile zur Verbesserung von Verdichtern untersucht.

In der 620 Quadratmeter großen Halle befinden sich derzeit acht Großprüfstände wie das gläserne Pumpwerk, neun weitere kleinere Prüfstände und sechs Prüfstände für die Lehre. Sie sind ausgestattet mit hochwertigen Experimentiereinrichtungen für Strömungsmessungen und Computern zur Online-Ergebnisauswertung sowie mit modernster, spezieller laseroptischer Messtechnik. Versuchsingenieur Frank Neuer zum Beispiel arbeitet an der Weiterentwicklung einer Methode zur laseroptischen Vor-Ort-Kalibrierung von großen Durchflussmessgeräten. Die Effizienz der Fernwärme-Erzeugung und ihres Transports soll so gesteigert werden.

Die Halle K ist übrigens zur Langen Nacht der Wissenschaften am 24. Juni 2017 für alle geöffnet und präsentiert sich als „Haus des Wassers“.

Sybille Nitsche, "TU intern" 20. Januar 2017

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