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TU Berlin

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Alumni

Promotion abgeschlossen. Und dann?

Beim Career Day für internationale Nachwuchswissenschaftler gaben TU-Alumni Einblick in ihren beruflichen Werdegang

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Wie gestaltet sich der berufliche Werdegang, nachdem man die Universität verlassen hat? Sechs TU-Alumni engagierten sich im Rahmen des ersten „Career Day for International Junior Researchers“ und gaben Promovierenden und Postdocs einen Einblick in ihren persönlichen Werdegang.

In Kooperation mit dem Nachwuchsbüro TU-DOC veranstaltete das Alumni-Programm am 8. Mai einen Career Day for International Junior Researchers. Im Rahmen dieser englischsprachigen Netzwerk- und Informationsveranstaltung erhielten internationale Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler einen Einblick in Arbeitsfelder und -perspektiven auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Es nahmen 60 Promovierende und Postdocs aus 30 Ländern teil.

Sie standen Rede und Antwort für Fragen rund um Karrieremöglichkeiten in der deutschen Wissenschaft und Wirtschaft sowie die Gründung von Unternehmen. „TU intern“ stellt die TU-Alumni vor.

Andrej Golowin

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„Eigentlich hatte ich eine akademische Karriere angestrebt“, sagt Dr. Andrej Golowin, der nach dem Studium des Bauingenieurwesens in seinem Heimatland Russland zur Promotion an die TU Berlin kam. „Ich habe im TU-Institut für Bauingenieurwesen promoviert. Als ich 2001 meine Promotion beendet hatte, wollte ich nur für einige Jahre Praxiserfahrung sammeln. Meine Motivation, die Uni zu verlassen, bestand also darin, wieder zurückzukehren, um Professor zu werden“, beschreibt er den Übergang von der Universität zur Praxis. Doch oft im Leben ändern sich Pläne. So auch bei Andrej Golowin, der bei Rolls-Royce Deutschland eine Stelle annahm und heute für die Festigkeit kritischer Bauteile verantwortlich ist. „Mich reizt die Arbeit bei Rolls-Royce mehr als die Arbeit an einer Uni. Unsere Forschung hat einen engen Bezug zur Praxis, es geht immer um die Anwendung. Herausfordernd ist auch die enorme Verantwortung.“ In dem weltweit agierenden Unternehmen seien auch die Mitarbeiter und Teams international aufgestellt, so Golowin. Dass er sich beim Career Day an der TU Berlin engagiert, begründet er mit klaren, kurzen Worten: „Es ist meine Uni. Ich freue mich, wenn ich helfen kann.“

Hajar Razi

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Bereits in einer frühen Phase ihres Promotionsstudiums in Maschinenbau hatte die Iranerin Dr. Hajar Razi eine klare Vorstellung davon, wie sich ihre Zukunft gestalten sollte: „Ich wollte in Berlin bleiben und mit einem ganz bestimmten Professor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung arbeiten, da sein Forschungsthema mich sehr interessierte und nach wie vor begeistert.“ Obwohl anfangs keine Postdoc-Stelle zur Verfügung stand, bat Hajar Razi um ein persönliches Gespräch und überzeugte ihren jetzigen Chef, sie dabei zu unterstützen, ihre eigene Stelle einzuwerben. „Für eine Karriere in der Wissenschaft sind persönliche Treffen ungemein wichtig. Im Gespräch geht es dann darum, mit der eigenen Expertise und dem Interesse am Forschungsthema zu überzeugen.“ Zu ihrer Alma Mater hat sie immer noch eine ganz besondere Verbindung: „Ich freue mich sehr, dass ich als Referentin für den Career Day angefragt wurde und anderen Tipps für die Karriereentwicklung in der Wissenschaft geben darf.“

Sunil Thakar

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Mit 23 Jahren verließ Dr. Sunil Thakar sein Heimatland Indien, um an der TU Berlin Informatik zu studieren und im Anschluss daran zu promovieren. Der Übergang von der Universität in das Berufsleben gestaltete sich zunächst unkompliziert. „Ich habe in meinem Leben lediglich vier Bewerbungen geschrieben“, sagt Sunil Thakar, „bis ich jedoch meine Arbeitserlaubnis hatte und meine Stelle bei Daimler antreten konnte, vergingen sechs Monate.“ 26 Jahre lang war er bei der Daimler AG beschäftigt und hatte in dieser Zeit verschiedene Positionen in der IT- und Zukunfts-Forschung inne, bis er im Jahr 2014 den Sprung in die Selbstständigkeit wagte. „Als meine Stelle in die Unternehmenszentrale in Stuttgart verlegt werden sollte, habe ich mich dazu entschlossen, in Berlin zu bleiben. Diese Stadt ist zu meiner Heimat geworden.“ Dass die TU Berlin ihn als Referenten für ihren Career Day angefragt hat, ehrt Sunil Thakar. „Ich werde dieses Jahr 60, und es ist an der Zeit, dass ich der jüngeren Generation etwas zurückgebe.“

Sadegh Sadeghipour

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Der gebürtige Iraner Dr. Sadegh Sadeghipour nahm im Jahr 1988 sein Studium der Informatik an der TU Berlin auf. Während des sich anschließenden Promotionsstudiums der Informatik war er zwei Jahre lang als freiberuflicher Software-Entwickler tätig, bis er im Jahr 1995 eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsabteilung der Daimler AG (damals DaimlerChrysler AG) ergatterte. „Man sollte viele Bewerbungen schreiben und sich von Absagen nicht abschrecken lassen“, sagt Sadegh Sadeghipour. „Den passenden Arbeitgeber zu finden, erfordert Durchhaltevermögen und auch eine Portion Glück.“ Nach dem Abschluss seiner Promotion blieb er weitere zwei Jahre bei der Daimler AG und feilte an seiner Idee, eine IT-Firma zu gründen. „Während meiner Zeit bei Daimler habe ich ein gutes Verständnis dafür entwickelt, welche Bedarfe potenzielle Abnehmer haben. Für die Gründung meiner Firma war dies ein wichtiger Erfolgsfaktor.“ Seit dem Jahr 2000 ist Sadegh Sadeghipour Geschäftsführer der ITPower Solutions GmbH. „Ich denke, dass ich nun an einem Punkt angekommen bin, an dem ich meine Erfahrungen teilen und Tipps geben kann.“

Francisco Morales

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Prof. Dr. Francisco Morales hat Technische Informatik in Mexiko und in den USA studiert, 1994 hat er am TU-Fachgebiet Regelungstechnik seine Promotion abgeschlossen. „Ich hatte das Angebot, zu habilitieren, aber mich hat die praxisbezogene Arbeit gereizt. Und ich wollte wieder mehr in einem Team arbeiten.“ In der ersten Firma war er der einzige Ausländer, hier hat er wichtige Erfahrungen sammeln können. „Man muss sich öffnen, um zu verstehen, wie man in Deutschland arbeitet. Es geht nicht darum, die eigenen Arbeitsweisen aufzugeben, aber man muss lernen, wie man in einem deutschen Betrieb kommuniziert. Es geht weniger um fachliche, sondern eher um interkulturelle Auseinandersetzungen. Das haben wir an der Universität nicht gelernt“, sagt Francisco Morales, der nach mehr als 20 Jahren in unterschiedlichen Firmen und Positionen seit 2016 Professor an der Beuth Hochschule ist. „Meine Erfahrungen mit anderen zu teilen, war ein Grund für den Schritt an die Hochschule. Das ist auch der Grund, warum ich der Einladung zum Career Day gefolgt bin. Man hat eine Geschichte zu erzählen.“

Cem Avsar

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beSpace GmbH heißt die Firma, die Cem Avsar 2014 mitgegründet hat. Neben der Expertise im Bereich der Satellitentechnik führt „beSpace“ in enger Kooperation mit der TU Berlin den weiterbildenden Studiengang Master of Space Engineering durch. Dieser erfreut sich großer Nachfrage. Die Studierenden kommen aus aller Welt. Zuvor war Cem Avsar wissenschaftlicher Mitarbeiter am TU-Fachgebiet Raumfahrttechnik. „Bereits zwei Jahre vor der Gründung haben wir begonnen, uns über den Aufbau eines weiterbildenden Studiengangs Gedanken zu machen, und haben diesen mit den unterschiedlichen Beteiligten in der TU Berlin abgesprochen und vorbereitet. Mein Übergang von der Universität zur eigenen Firma war also ziemlich fließend“, berichtet er. Bereits während seines Studiums der Luft- und Raumfahrttechnik hat er selber unterrichtet. „Lehre macht mir Spaß. Reizvoll finde ich es außerdem, neue Methoden für die Lehre zu entwickeln. Nachwuchswissenschaftlern einen Einblick in meinen beruflichen Werdegang zu geben, das mache ich gern. Man ist ja teilweise Experte in seinem Bereich und außerdem fühle ich mich der TU Berlin so eng verbunden, dass ich gerne eine Veranstaltung wie den Career Day unterstütze.“

Juliane Wilhelm und Bettina Klotz, "TU intern" 12. Mai 2017

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