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TU-Start-up SOPAT GmbH kann per Sonde Partikelmessungen in laufenden Prozessen vornehmen

Sebastian Maaß (l.) und Jürgen Rojahn mit ihrer SOPAT-Sonde, die messen kann, wie sich Stoffe in bereits verarbeiteten Produkten verhalten
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Wenn sich ein Verfahrenstechniker, ein Wirtschaftsingenieur und ein technischer Informatiker zusammentun, kann Großartiges entstehen. Dann können beispielsweise Unternehmen ihre chemischen, pharmazeutischen oder biotechnologischen Produktionsprozesse optimieren. Vorausgesetzt, sie nutzen die Innovation der drei Fachleute. SOPAT heißen diese Innovation und das gleichnamige Start-up, das der Verfahrenstechniker Dr. Sebastian Maaß, der Informatiker Jürgen Rojahn und der Wirtschaftsingenieur Jörn Emmerich gegründet haben.

SOPAT steht für „Smart Online Particle Analysis Technology“ und besteht aus einer Sonde, die mit einer intelligenten Bildanalyse-Software verbunden ist. In Produktionen, sei es von Medikamenten, Kosmetika oder Schokolade, werden Stoffe vermengt, getrennt, gepresst oder gemahlen. Wie sich die einzelnen Partikel in den Prozessen verhalten und ob der Prozess nach Plan abläuft, lässt sich normalerweise nur im Labor unter dem Mikroskop überprüfen. Der Nachteil dabei besteht darin, dass man die betreffenden Partikel erst entnehmen und ins Labor bringen muss, was zu einer Veränderung der Probe führen kann und außerdem zeitaufwendig ist. Mit diesem Problem hat sich Sebastian Maaß in seiner Promotion am TU-Fachgebiet Verfahrenstechnik beschäftigt und eine Endoskop-Sonde angewandt, die während des Prozessses Bilder von Partikeln macht, was man sich ungefähr so wie eine Magenspiegelung vorstellen kann. Nun hatte Sebastian Maaß zwar die Partikeln als Bilder auf seinem Rechner, allerdings entstand hier die nächste Herausforderung, da diese Bilder aufwendig von Hand vermessen werden mussten. Zigtausende von Partikeln musste er zählen, um eine Analyse zu erstellen. An dieser Stelle holte er sich Hilfe von seinem Freund Jürgen Rojahn, der Technische Informatik an der TU Berlin studierte. Er hat eine Bildanalyse-Software entwickelt, die dem Kunden abhängig vom jeweiligen Prozess die gewünschte Analyse liefert. Der Gedanke, ein Unternehmen zu gründen, festigte sich, als die beiden die Innovation auf einer Messe vorstellten: Der Prototyp regelte erstmalig ein Rührwerk so, dass die Tropfengrößen eines Öl-Wasser-Gemisches in Echtzeit beobachtet und kontrolliert werden konnten. Das stieß auf großes Interesse. Mit Unterstützung des Centre for Entrepreneurship der TU Berlin, das bei der Unternehmensgründung beraten hat, gründeten sie 2012 ihr Unternehmen und entwickelten ein Produktpaket bestehend aus Hardware, Service und Support. Mit ins Boot holten sie den Wirtschaftsingenieur Jörn Emmerich, der eine Ingenieurausbildung in Verfahrenstechnik hat und über das notwendige betriebswirtschaftliche Know-how verfügt. Es ist nicht immer einfach, dieses Hightech-Produkt an den Kunden zu bringen, da besonders in größeren Unternehmen Entscheidungen oftmals lange dauern und Produktionsprozesse nicht von einem Tag auf den anderen geändert werden, um ein neues Messsystem auszuprobieren. Nach vier Jahren Unternehmertum können die drei Gründer dennoch zufrieden sein. Diverse Firmen nutzen SOPAT, das Unternehmen selbst schreibt bald schwarze Zahlen, hat mittlerweile zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist bei verschiedenen Gründungswettbewerben ausgezeichnet worden. Kürzlich erhielten sie für ihre Technik außerdem eine Zertifizierung, die es SOPAT erlaubt, die Sonden auch in explosiven Prozessen einzusetzen.

www.sopat.de

Bettina Klotz, "TU intern" 22. Juli 2016

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