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TU Berlin

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Alumni

Die Fusion von Technik und Kunst

Montag, 14. Juli 2008

Edgard-Varèse-Gastprofessor Fernando Lopez-Lezcano programmiert akustische Musik

Lopez-Lezcano
Mit interaktiven elektronischen Instrumenten komponiert Lopez-Lezcano auch vor Publikum
Lupe

Es sei etwas befremdlich, gesteht Lopez-Lezcano, in seiner Muttersprache Spanisch über seine Arbeit zu sprechen. Seit 1993 lebt der gebürtige Argentinier in den USA und ist Dozent und Systemadministrator am Stanford University Center for Computer Research in Music and Acoustics.

"Wenn im Bereich der elektroakustischen Musik gesprochen wird, dann auf Englisch." So auch auf dem Shonan Fujisawa Campus der Keio-Universität in Japan, wo er ein Jahr lang Forschungen zu Dynamic Sound Localization betrieb und Einführungskurse in elektronischer Musik gab. Im Sommersemester 2008 unterrichtet er im Rahmen der Edgard-Varèse-Gastprofessur "Sound and Space" und 2Computer music and digital synthesis" an der TU Berlin.

Diese Art von Lehrveranstaltungen lag in der Zeit, als Lopez-Lezcano anfing, sich für elektronische Musik zu interessieren, noch in weiter Ferne. 1976 baute er sich sein eigenes analoges Tonstudio auf und konstruierte einen Synthesizer. Seitdem beschäftigt er sich intensiv mit elektroakustischer Musik und komponiert. Sein Stück "Quest" wurde 1990 mit dem Bourges-Preis ausgezeichnet. Lopez-Lezcanos Kompositionen bedienen die gesamte Bandbreite elektroakustischer Musik: Zum einen komponiert er Stücke mit Hilfe der Programmiersprache Lisp. Oder er mischt aufgezeichnetes Klangmaterial ab. Beide Kompositionsarten werden vor Publikum abgespielt. Bei den Kompositionen, die vor dem Publikum entstehen, verwendet er ein sogenanntes “Radio Drum“, ein interaktives elektronisches Musikinstrument, das Bewegung in Klänge übersetzt. Ein Teil der Musik wird als festgelegte Partitur programmiert, ein anderer wird improvisiert.

"In jedem Fall spielen die Technik und die Beherrschung von Technik eine große Rolle. Wer sich mit elektroakustischer Musik befasst, sollte aber auch künstlerisches Talent mitbringen", ergänzt Lopez-Lezcano. Er selbst hat Klavier am Konservatorium Carlos Lopez Buchardo Nacional und Elektrotechnik an der Universität von Buenos Aires studiert. "Das Schwierige bei der elektroakustischen Musik ist, dass es für diese Klänge keine Konventionen gibt. Eine Geige oder eine E-Gitarre sind bekannt. Die Aufgabe eines Komponisten elektroakustischer Musik ist es, den Hörer möglichst schnell in eine neue Klangwelt einzuführen, damit er sich wohlfühlt mit den neuartigen Klängen und dem Diskurs des Stückes folgen kann. Das ist Kunst."

Audiobeitrag

Den Audiobeitrag zu diesem Thema können Sie rechts abrufen.

Vanessa Bohórquez-Klinger / Quelle: "TU intern", 7/2008
Edgar-Varèse-Gastprofessur
Die Edgard-Varèse-Gastprofessur wurde 2000 an der TU Berlin eingerichtet. Sie wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), vom rbb (damals SFB) und der TU Berlin getragen. Namenspatron ist der amerikanische Komponist und Pionier avantgardistischer Musik, Edgard Varèse, der als einer der frühesten Vertreter mit elektronischer Musik experimentierte. Die Gastprofessur für Computermusik dient der Vermittlung und kritischen Reflexion neuerer Entwicklungen in der Wechselbeziehung zwischen Medientechnik und Kunst, zwischen elektronischem Studio und Musik.

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