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TU Berlin

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Lehre & Studium

Einmal Weichen stellen

Montag, 17. November 2008

Ein erneuertes Experimentierfeld soll Studierenden den Bahnbetrieb "begreifbar" machen

Christian Blome lässt Züge rollen, stellt Weichen um und dirigiert die Signalanlagen, um Kollisionen zu vermeiden. Der Diplomingenieur betreut das Eisenbahn-Betriebs- und Experimentierfeld (EBuEf) der TU Berlin, das lange brachlag und nun mit Mitteln des Zehn-Millionen-Programms für die Lehre der TU Berlin (OWL) zu neuem Leben erweckt wird. "Hier darf man Eisenbahn anfassen", sagt er. "Unser Ziel ist es, dass jeder Student und jede Studentin im Eisenbahnwesen mindestens einmal mit dieser Anlage in Kontakt kommt. Im Rahmen unserer Lehrveranstaltungen besuchen wir zwar auch regelmäßig eine der beiden Betriebszentralen der Deutschen Bahn in Berlin, aber dort kann man natürlich nichts anfassen und ausprobieren."

Christian Blome mit einem historischen Stellwerk
Lupe

Das Fachgebiet Schienenfahrwege und Bahnbetrieb von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Siegmann ist derzeit dabei, eine solche Betriebszentrale im EBuEf realistisch nachzubauen.
Die Bahnanlagen selbst gibt es natürlich nur im Modell, doch das ist so groß, dass es nicht auf den heimischen Wohnzimmerteppich passen würde. Es wird allerdings mit echten Stellwerkeinrichtungen aus verschiedenen Epochen der Bahngeschichte gesteuert. "Praktisch sind alle Entwicklungsstände irgendwo in Deutschland noch in Betrieb", sagt Christian Blome, "sowohl die historischen Stellwerke, die mit Muskelkraft und Seilzügen arbeiten, von 1928, die wir hier haben und die einen der Bahnhöfe bedienen, als auch die Drucktasten-Relaistechnikstellwerke der 60er-Jahre, ebenfalls hier vorhanden, oder die modernen elektronischen Stellwerke. Diese Anlage fehlt uns bisher noch, ist aber im Aufbau." Der Bahnhof, den das neue Stellwerk steuern soll, ist schon fast fertig. Mit zwei studentischen Hilfskräften baut Christian Blome derzeit eine zweite Etage auf die Modellanlage. Damit wird die vorhandene Streckenlänge auf das Doppelte erweitert. So sollen auch komplexe Vorgänge im Bahnbetrieb, aber auch im Entwurf von Anlagen des Schienenverkehrs begreifbar vermittelt werden können.

Relais-Aufbau eines Bahnhofs-Stellwerks
Lupe

Die ursprüngliche Anlage war als Lehrstellwerk in den 1950er-Jahren vom damaligen Professor für Eisenbahntechnik Grassmann aufgebaut und insbesondere durch einen Bundesbahner weiterentwickelt worden. Sie entsprach bis in die 70er-Jahre dem Stand der Technik. Als der Bundesbahner 1982 verstarb, wurde die Anlage nicht weiterentwickelt. Mithilfe der OWL-Mittel wird nun seit 2006 mit neuer Energie an der Anlage gebaut, um die Aktivitäten der Lehre neu zu beleben, insbesondere für den Bachelor "Verkehrswesen". Für die Pflicht, die Grundausstattung, hat die TU Berlin gesorgt, die Bauabteilung hat sich um die Anpassung der Räumlichkeiten gekümmert. Um die Kür sorgt sich nun der angeschlossene Förderverein EBuEf e.V. Er setzt sich aus Studierenden, Mitarbeitenden des Fachgebiets und des Bahnsektors sowie am Bahnbetrieb Interessierten zusammen. Ihre Mitgliedsbeiträge und ehrenamtliche Arbeit fließen nun in den Aufbau der Anlage. Und Christian Blome lädt ein: "Wir freuen uns natürlich über jede tatkräftige oder finanzielle Hilfe von Leuten, die Interesse und Know-how einbringen."

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 11/2008

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