direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Menschen

Neu berufen

Freitag, 11. Oktober 2013

Jörg Stollmann

Der Professor für Städtebau und Urbanisierung will verstehen, wie Großsiedlungen ticken
Lupe

„Wir müssen den Städtebau neu denken“, sagt Jörg Stollmann. Am Reißbrett entworfene Masterpläne seien angesichts ungebremster Verstädterung, des Klimawandels und begrenzter Ressourcen oft keine Optionen mehr, so der neu berufene Professor für Städtebau und Urbanisierung am Institut für Architektur der TU Berlin. Planung von oben funktioniert so nicht mehr, in Deutschland nicht und anderswo auch nicht, wie die gewaltsamen Auseinandersetzungen um die Obrigkeitspläne für den Gezi-Park in Istanbul zeigen. Ein wichtiger Teil der Forschungen von Jörg Stollmann beschäftigt sich deshalb mit dem Thema Bürgerbeteiligung: „Was sind funktionierende Modelle kooperativer Planung, die Eigentümer, Investoren, politische Akteure und die Bewohnerinnen und Bewohner, also die eigentlichen Nutzer der Stadt, zusammenbringen?“ Das ist eine der zentralen Fragen, die Stollmann, der an der damaligen Hochschule der Künste Berlin und der Princeton University in den USA Architektur studierte, untersucht.

Gängige städtebauliche Projekte werden zu spät kommuniziert und den aktuellen und zukünftigen Nutzern zu wenig Mitbestimmung und Mitverantwortung übertragen. „Wer Beteiligung einfordert, muss auch Verantwortung tragen und mitarbeiten. Hier kann den Bürgerinnen und Bürgern mehr zugetraut werden“, so Stollmann.

Um dafür Wissen zu generieren, haben er, seine wissenschaftlichen Mitarbeiter und TU-Studierende die Gropiusstadt, Paradebeispiel einer Masterplanung der Moderne, zu einem Versuchslabor gemacht und die „Akademie der neuen Gropiusstadt“ gegründet. Dort wird zur Zukunft von Großsiedlungen, klimaeffizientem Städtebau und sozial gerechter Stadtentwicklung geforscht. In Projekten wie „Campus Efeuweg“ oder dem vom Bundesministerium für Umwelt geförderten Projekt „Soko Klima“ haben sie zusammen mit den Teilhabern von Stadt, den Produzenten wie den Anwohnern, nach neuen Wegen der Bürgerpartizipation bei der Entwicklung und Gestaltung städtischer Räume gesucht.

Aktuell befinden sie sich im Austausch mit den Anwohnern darüber, wie die vielen Freiflächen von den Gropiusstädtern genutzt werden könnten. Ausgangspunkt ist immer die Frage, welche Wünsche und Ideen die Bewohner haben, aber auch welche Erfahrungen. Stollmann nennt dies „das produktive Abschöpfen des Wissens der Bürger“, denn in der 50-jährigen Geschichte der Gropiusstadt seien sie bislang kaum gehört worden.

„Wir brauchen diese Expertise über die Lebensrealität in den Großsiedlungen“, sagt Stollmann, „denn dort werden wir die Millionen Menschen, die es weltweit ungebrochen in Richtung Städte ziehen wird, behausen müssen. Aber wenn wir kein Wissen über diese Orte haben, wie wollen wir diese Großsiedlungen dann bauen?“

http://cud-architektur.tu-berlin.de

Sybille Nitsche / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 10/2013

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Piwik für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.